Hertha BSC

Preetz über Klinsmann: "In keinem Kollegen so getäuscht"

Preetz machte Klinsmann im November 2019 zum Chefcoach. Foto: Getty Images
Preetz machte Klinsmann im November 2019 zum Chefcoach. Foto: Getty Images

Hertha BSC hat sich in der abgelaufenen Saison auf den letzten Drücker vor dem Abstieg gerettet. Nach der erfolgreichen Relegation gegen den Hamburger SV hoffen die Verantwortlichen der Alten Dame auf ruhige Fahrwasser. In der jüngeren Vergangenheit ist so viel passiert, dass das Intermezzo von Jürgen Klinsmann als Chefcoach wie ein Fiebertraum wirkt.

Der ehemalige Bundestrainer absolvierte in der Position nur zehn Pflichtspiele, warf im Februar 2020 unter kuriosen Umständen die Brocken. Seinerzeit enthüllte Sport Bild Tagebücher des Ex-Profis, in denen er unter anderem heftig gegen Michael Preetz schoss, der als Sportchef der Hertha fungierte. Erst Ende Mai hat Klinsmann seine inhaltlichen Ansichten verteidigt (fussball.news berichtete). Preetz erklärt nun gegenüber dem Magazin seine Sicht der Dinge.

"Zeugen nicht von einem ausgeprägten Sportsgeist"

"Sie werden sicher verstehen, dass ich dazu eine sehr viel differenziertere Meinung habe. Sein plötzlicher Abgang und sein öffentliches Nachtreten zeugen nicht von einem ausgeprägten Sportsgeist", ärgert sich der langjährige Hertha-Manager über Klinsmann. "Ganz sicher habe ich mich in keinem Kollegen so getäuscht wie in ihm", sagt Preetz sogar. Und betont, dass sich dies sowohl auf den Trainer, als auch den Menschen Klinsmann beziehe. Zu einer Aussprache der beiden ehemaligen Nationalspieler ist es offenkundig nicht gekommen, zweifelhaft, wie groß der Wunsch danach bei Preetz ist. Er lässt lediglich wissen, dass es seit dem fluchtartigen Abschied von Klinsmann "keinen Kontakt" gegeben habe. 

"Sehr schöne und intensive Zeit"

Preetz selbst hat Hertha BSC im Januar 2021 verlassen. Anfänglich habe ihm die Trennung sehr zu schaffen gemacht, gibt der 54-Jährige zu. Er habe es so auch vermieden, Spiele der Berliner am TV-Gerät zu verfolgen. Mit etwas mehr Abstand hat der frühere Torjäger es verarbeitet. "Mehr als zwölf Jahre habe ich diesen Job mit großer Begeisterung und viel Herzblut jeden Tag gelebt. Dazu habe ich auch über viele Jahre als Spieler eine Menge mit dem Verein erlebt. Mir war immer bewusst, dass eine so lange Zeit bei einem Verein außergewöhnlich und ein großes Privileg ist. Auch deshalb blicke ich mit großer Dankbarkeit auf eine sehr schöne und intensive Zeit zurück."

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Lars Pollmann  
15.06.2022