Die FN-Debatte um Borussia Dortmund

Pollmann vs. Buczko: Wer wäre der Traum-Trainer für den BVB?

Wer trainiert die talentierte BVB-Truppe? Foto: RONNY HARTMANN/POOL/AFP via Getty Images
Wer trainiert die talentierte BVB-Truppe? Foto: RONNY HARTMANN/POOL/AFP via Getty Images

Die FN-Redakteure Lars Pollmann und Stefan Buczko tragen in dieser neuen Kolumne ihre Meinungsverschiedenheiten zum BVB aus. Das Thema für diese Woche: Wer wäre eine Traum-Besetzung für den Trainerposten bei Borussia Dortmund?

Nach der Entlassung von Lucien Favre im Dezember hat Edin Terzic zunächst bis Saisonende das Vertrauen der Vereinsführung ausgesprochen bekommen. Ob der Sauerländer mit Stallgeruch darüber hinaus bleiben darf, ist offen. Favorit auf den Trainerposten ist Marco Rose von Borussia Mönchengladbach. Doch wer wäre ein Traum-Kandidat, wenn der Ex-Profi bei den Fohlen bleiben sollte?

Pollmann: Ralph Hasenhüttl

Der Österreicher war zuletzt in den Medien, weil er nach einem Sieg über den FC Liverpool auf die Knie sank und weinte. Von Hasenhüttl fiel eine unheimliche Last ab, weil er mit seinem ersatzgeschwächten Team (unter anderem wegen Corona) erstmals gegen den bisherigen Angstgegner Jürgen Klopp punkten konnte. Die Saints kletterten dadurch auf Rang sechs, haben in der Premier League nur vier Zähler Rückstand auf Liverpool als Spitzenreiter. 

Die Partie und das Geschehen unmittelbar danach stehen exemplarisch für Hasenhüttl. Der Ex-Profi ist ein ausgewiesener Taktikfuchs, aber auch ein sehr emotionaler Typ, für den die eigenen Spieler durchs Feuer gehen würden. Beim FC Ingolstadt hat der inzwischen 53-Jährige nicht zuletzt mit stabiler Abwehrarbeit seines Teams überzeugt, bei RB Leipzig kamen auch offensive Akzente hinzu.

In Southampton ist der Grazer auch sehr eng in Personalfragen involviert und zeigt dabei ein gutes Gespür. Dem BVB täte gut, erstmals seit Jahren wieder seine Transferpolitik in enger Abstimmung mit dem Chefcoach zu gestalten. Seine Vergangenheit in Leipzig würde Hasenhüttl beim Anhang der Schwarzgelben wohl mit einem gewissen Handicap starten lassen. Doch wäre ihm zuzutrauen, mit seiner emotionalen Art und erfolgreichem Fußball auch Zweifler auf seine Seite zu ziehen. Hasenhüttl wäre eine große Lösung ohne den ganz großen Namen. Leider ist sie für Dortmund völlig unrealistisch.

Stefan Buczko: Edin Terzic

Der Twitter-Kanal des BVB kommemorierte den 1:3-Sieg gegen den Ligarivalen aus Leipzig mit einem Foto von Edin Terzic in Jubel-Pose. Die Bildüberschrift titelte: “Wir sind alle Dortmunder Jungs!“. Dies ist die Quintessenz, warum der 38-Jährige auch langfristig ein Wunsch-Kandidat für den Dortmunder Trainerposten ist. Mats Hummels sagte zuletzt, dass der neue Trainer zur Mannschaft passen müsse. Terzic, der sich selbst als leidenschaftlichen BVB-Fan beschreibt, passt zum Verein.

Für Borussia Dortmund wäre es nach dem eher zurückhaltenden Lucien Favre ein großer Erfolg, wenn sein Nachfolger eine Verbindung mit der Fan-Basis aufbauen könnte. Durch die Abwesenheit der Zuschauer in den Stadien ist dies eine verzwickte Aufgabe für den Sauerländer, aber nicht unmöglich.

Das größere Fragezeichen steht vielmehr hinter der sportlichen Nachhaltigkeit. Terzic ist in der Hinsicht noch ein unbeschriebenes Blatt und die Verantwortlichen sind sich ihrer Verantwortung bewusst, dass der nächste Schuss bei der Trainerwahl sitzen muss. Deswegen könnte eine Entscheidung zugunsten eines etablierten Trainers seitens des Vereins verkündet werden, bevor der deutsch-kroatische Fußballlehrer die Gelegenheit hat, sein volles Talent unter Beweis zu stellen. 

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
10.01.2021