Favre musste zwei Punkte hinter Platz vier gehen

Platz 6 in der Terzic-Tabelle: Trainer-Wechsel ein Fehler?

Terzic ersetzte Favre im Dezember. Foto: Imago
Terzic ersetzte Favre im Dezember. Foto: Imago

Borussia Dortmund hat durch die Niederlage gegen Eintracht Frankfurt am Karsamstag nur noch theoretische Chancen, sich über die Bundesliga für die Champions League zu qualifizieren. Das Minimalziel der laufenden Saison verfehlt der BVB also mit hoher Wahrscheinlichkeit. Somit stellt sich auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Trainerwechsels im Dezember.

"Wir sind der Meinung, dass das Erreichen unserer Saisonziele aufgrund der zuletzt negativen Entwicklung in der gegenwärtigen Konstellation stark gefährdet ist und wir deshalb handeln müssen", ließ sich Sportdirektor Michael Zorc in der offiziellen Bekanntmachung am 13. Dezember 2020 zitieren. Lucien Favre musste seinerzeit vorzeitig die Koffer packen, nachdem sich der BVB daheim gegen den VfB Stuttgart mit 1:5 abschießen ließ. Durch diese Klatsche rutschte das Team damals auf Platz fünf ab, wies zwei Punkte Rückstand auf den VfL Wolfsburg auf.

Von Frankfurt eindeutig überholt

Unter Nachfolger Edin Terzic liegt Dortmund nun bekanntlich ebenfalls auf Rang fünf, weist aber sieben Punkte Rückstand auf die viertplatzierte Eintracht auf. Als Terzic den BVB übernahm war Frankfurt derweil noch auf Platz neun und hatte lediglich 13 Punkte auf dem Konto. In anderen Worten: In der Terzic-Tabelle holten die Hessen nun 13 Zähler mehr als Dortmund. Unweigerlich stellt sich die Frage, wie sinnvoll der Trainerwechsel des BVB war. Galten die Saisonziele in der Bundesliga unter Favre noch als "stark gefährdet", kann der Klub sie nun wohl frühzeitig zu Grabe tragen. 

Terzic holte sogar weniger Punkte als Freiburg

In den 16 Spielen unter der Ägide seines Nachfolgers Terzic gelangen sieben Siege, setzte es aber auch sechs Pleiten. Erneut zum Vergleich: Frankfurt hat nach 27 Spieltagen ganze drei Niederlagen auf dem Konto. In der Terzic-Tabelle landet der BVB sogar hinter dem SC Freiburg. Freilich muss dem Trainer-Novizen zugute gehalten werden, dass er eine schlecht funktionierende Mannschaft mitten in der Saison übernahm und keine Möglichkeit hatte, in einem Trainingslager eigene Ideen zu implementieren. Gleichwohl ist Terzic als vorheriger Assistent von Favre auch keine ganz neue Figur beim BVB, die die Mannschaft erst kennenlernen musste.

Trennung von Favre wohl unumgänglich

Grundsätzlich bietet sich wohl an, die Frage aus zwei Sichtweisen zu beleuchten. Einerseits ist darüber zu befinden, ob die Trennung von Favre richtig war. Wer sich an die Auftritte des BVB im Herbst erinnert, kann da kaum zu einem anderen Schluss kommen, als diese Frage mit 'Ja' zu beantworten. Das 1:5 gegen Stuttgart stellte schließlich nur den Kulminationspunkt einer anhaltenden Fehlentwicklung hin. Dass der Schweizer den Schalter hätte umlegen können, ist keine sonderlich naheliegende Vorstellung.

Zwei Trainer an der Mannschaft gescheitert

Bei der zweiten Teil-Frage aber, ob Terzic die richtige Wahl als Nachfolger für den Rest der Saison war, sind Zweifel angebracht. Der Sauerländer brachte zwar wichtige Spieler wie Mats Hummels hinter sich, konnte die Mannschaft aber in der Bundesliga nur allzu selten auf Touren bringen. Dass sich die BVB-Führung in der Notlage auf einen unerprobten vorherigen Assistenten verließ, scheint sich nicht auszuzahlen. Terzic gebührt dabei der geringste Vorwurf. Die Kritik sollte sich an seine Vorgesetzten richten, und in erster Linie an eine gut bezahlte und offenkundig überschätzte Mannschaft. An ihr scheiterten in der laufenden Bundesliga-Saison zwei Trainer.

Auszug aus der 'Terzic-Tabelle'

1. FC Bayern 40 Punkte

2. Eintracht Frankfurt 37 Punkte

3. VfL Wolfsburg 33 Punkte

4. RB Leipzig 33 Punkte

5. SC Freiburg 26 Punkte

6. Borussia Dortmund 24 Punkte

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
04.04.2021

Feed