Einwohnerzahlen der Bundesligaklubs

"Plastikklubs" auf den Abstiegsplätzen: Das Bundesligaranking nach Einwohnerzahlen

Die TSG 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen sind im Europacup vertreten.
Die TSG 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen sind im Europacup vertreten. Foto: Getty Images

Die Saison 2020/21 startet in fünf Tagen. Der FC Bayern geht als Titelverteidiger und Favorit ins Rennen. Eine statistische Spielerei: Geht es nach den Einwohnerzahlen der in der Bundesliga vertretenen Städte, stehen zwei andere Klub an der Spitze. Auch über die Konzern- und Investorenklubs Leverkusen (Bayer), Wolfsburg (VW) und Hoffenheim (Mäzen Dietmar Hopp) ergeben sich interessante Erkenntnisse. Ein Überblick über die Einwohnerzahlen der 18 Klubs im deutschen Oberhaus von fussball.news.

Bevor es zum Ranking geht, einige Erkenntnisse im Überblick:

Bayer 04 Leverkusen, der VfL Wolfsburg und die TSG 1899 Hoffenheim stammen aus den drei kleinsten Städten in der Bundesliga. Interessant dabei ist, dass diese drei Klubs oftmals unter der Kategorie "Plastikklub" oder "Investorenklub" eingeordnet werden. Bundesligaklubs in großen Städten haben den Vorteil, dass sie über ein größeres Einzugsgebiet mit potenziell mehr Fans und Sponsoren verfügen, was wiederum grundsätzlich bessere Rahmenbedingungen bietet, um in der Bundesliga zu bestehen. Das Thema Tradition sei dabei ausgeklammert. Klubs aus kleineren Städten können diesen Standortnachteil womöglich nur über einen starken Investor oder Konzern ausgleichen - zumindest in der Tendenz. Auch kurios: Obwohl Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim zu den kleinsten Städten in der Bundesliga zählen, sind sie in der Regel europäisch vertreten und zählen zu den deutschen Topklubs.

FC Augsburg hat großes Einzugspotenzial

Der FC Augsburg wird dagegen von Experten meist als Absteiger Nummer eins gehandelt. Oftmals wird auch in Berichten vermittelt, die Augsburger würden eher zu den kleinen Vereinen der Bundesliga zählen. Geht es nach der Einwohnerzahl sind die Augsburger aber gar nicht so klein, mit fast 300.000 Einwohner liegen sie auf Platz 10 im bundesweiten Ligaranking. Augsburg ist übrigens in Bayern die drittgrößte Stadt nach München und Nürnberg. Im Umkehrschluss heißt das aber: Das große Einzugsgebiet und wirtschaftlich sehr starke Firmen in der Region bieten den bayerischen Schwaben eigentlich Potenzial genug, um einen Angriff auf die Top Sechs der Tabelle zu starten.

Muss sich die Eintracht höhere Ziele stecken?

Ein ähnliches Understatement herrscht bei Eintracht Frankfurt vor. Die Frankfurter geben sich mit einem Platz in den Top Ten in der Bundesliga zufrieden, Minimalzal ist meist der Klassenerhalt. Das steht im krassen Gegensatz zum Potenzial der Stadt. Frankfurt ist die viertgrößte Stadt in der Bundesliga und die fünftgrößte in Deutschland, es tummeln sich am Finanz- und Börsenplatz Frankfurt milliardenschwere Konzerne. Mit diesem Potenzial sollte eigentlich das Ziel einer Top-Sechs-Platzierung eine Selbstverständlichkeit sein.

Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei Hertha auseinander

Eine noch größere Lücke zwischen der Größe und dem Potenzial der Stadt und den Ambitionen des Klubs herrscht in Deutschlands Hauptstadt Berlin vor. Mit über 3,5 Millionen Einwohnern ist Berlin mehr als doppelt so groß wie München, das die drittgrößte Stadt in Deutschland und die zweitgrößte in der Bundesliga stellt. Dass nun bei Hertha BSC der neue Investor Lars Windhorst das Ziel vorgibt, aus der Hertha statt eines Mittelklasseklubs einen Topklub in Europa zu formen, klingt nachvollziehbar. Freilich bleibt dabei die Frage, in welcher Form der Weg an die Spitze gesucht werden soll. In nahezu allen anderen europäischen Ligen zählen Vereine aus der Hauptstadt jedenfalls zu den nationalen Spitzenvereinen.

Größeres Einzugsgebiet für die Bundesliga

Auch interessant: Aus der Bundesliga abgestiegen sind der SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf. Als Aufsteiger kommen Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart hinzu. Damit ist die Bundesliga der Einwohnerzahl ihrer Bundesligastädte nach um rund 200.000 Einwohner größer geworden, was sich bei einer normalen Saison mit Zuschauern auf den Besucherschnitt positiv auswirken würde. Anbei nun das Ranking:

Quelle: Wikipedia

Bundesliga-Ranking geordnet nach Platzierung, Stadt, Einwohner und Fußballverein:

17. Platz: Sinsheim, 35.442 Einwohner, TSG 1899 Hoffenheim

16. Platz: Wolfsburg, 124.371 Einwohner, VfL Wolfsburg

15. Platz: Leverkusen, 163.729 Einwohner, Bayer 04 Leverkusen

14. Platz: Mainz, 218.579 Einwohner, FSV Mainz 05

13. Platz: Freiburg, 231.195 Einwohner, SC Freiburg

12. Platz: Gelsenkirchen, 259.645 Einwohner, Schalke 04

11. Platz: Mönchengladbach, 261.034 Einwohner, Borussia Mönchengladbach

10. Platz: Augsburg, 296.582 Einwohner, FC Augsburg

9. Platz: Bielefeld, 334.195 Einwohner, Arminia Bielefeld

8. Platz: Bremen, 567.559 Einwohner, Werder Bremen

7. Platz: Dortmund, 588.250 Einwohner, Borussia Dortmund

6. Platz: Leipzig, 593.145 Einwohner, RB Leipzig 

5. Platz: Stuttgart, 635.911 Einwohner, VfB Stuttgart

4. Platz: Frankfurt am Main, 763.380 Einwohner, Eintracht Frankfurt

3. Platz: Köln, 1.087.863 Einwohner, 1. FC Köln

2. Platz: München, 1.484.226 Einwohner, FC Bayern

1. Platz: Berlin, 3.669.491 Einwohner, Hertha BSC und Union Berlin

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Daniel Michel  
13.09.2020