Werder in der Zwickmühle

Passiv oder offensiv: Wie sollte sich Werder im Fall Woltemade verhalten?

Nick Woltemade (M.) hofft auf seinen Durchbruch in der Bundesliga.
Nick Woltemade (M.) hofft auf seinen Durchbruch in der Bundesliga. Foto: Getty Images

Manager Frank Baumann gibt derzeit den finanziellen Belangen bei Werder Vorrang. Will heißen: keine teuren Vertragsverlängerungen, keine teuren Zugänge. Das könnte allerdings auch zum baldigen Abgang eines verheißungsvollen Talents führen: Nick Woltemade.

Der 20 Jahre alte Woltemade spielt bereits seit 2010 in der Jugend von Werder. In der vergangenen Saison erhielt er fünf Kurzeinsätze bei den Profis mit insgesamt 90 Minuten Spielzeit. Der 1,98 Meter große Stürmer, der am liebsten als hängende Spitze agiert, wirkt deshalb mit seiner Förderung bei Werder noch nicht vollends zufrieden. Wie Medien übereinstimmend berichten, verweigert Woltemade bislang offenbar eine Verlängerung seines Vertrags über 2021 hinaus. Werder wiederum will sich finanziell und sportlich offenbar nicht für Woltemade strecken.

Baumann: "Kurzfristig passiert nichts"

Zwar peilen die Bremer mit ihrem Eigengewächs eine Verlängerung des Vertrags an, auf der anderen Seite betonte Manager Frank Baumann gegenüber der Bild-Zeitung, dass für neue und teuer geschnürte Vertragspakte kaum Spielraum besteht. "Aufgrund unserer finanziellen Situation und der Unklarheit über die weiteren Auswirkungen durch Corona muss man abwarten. Da wird ganz kurzfristig nichts passieren, weil wir die finanzielle Situation für die nächsten Jahre noch abwarten müssen.“

Fall Johannes Eggestein als Warnung für Werder?

Der kicker wendet in seinem aktuellen Bericht zudem ein, dass Werder womöglich auch vom Fall Johannes Eggestein abgeschreckt sein könnte, um für Woltemade ins Risiko zu gehen. Eggestein habe 2016 und 2019 zu attraktiven Konditionen jeweils seinen Vertrag unterzeichnet, die Entwicklung des Angreifers stagniere dagegen. So steht Frank Baumann bei Woltemade erneut vor einer schwierigen Entscheidung. Soll er den Stürmer schon bis zum 5. Oktober bereits verkaufen und dafür zumindest eine geringe Ablösesumme einnehmen? Soll er dem deutschen U-Nationalspieler doch ein attraktives Vertragsangebot unterbreiten in der Hoffnung, dass Woltemade Leistung zeigt und zugleich seinen Marktwert von derzeit einer Million Euro steigert? Oder ist es am besten für beide Parteien, die aktuelle Saison erstmal durchzuspielen und sich dann im Frühjahr 2021 nochmals an einen Tisch zu setzen? Über diese Fragen dürfte sich Frank Baumann die kommenden Wochen intensiv Gedanken machen.

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Daniel Michel  
03.09.2020