Pirlo ein "Auserwählter"

Paratici: Schicksal von Sarri war vor Lyon besiegelt

Paratici erklärt die Trennung von Sarri. Foto: Alessandro Sabattini/Getty Images
Paratici erklärt die Trennung von Sarri. Foto: Alessandro Sabattini/Getty Images

Juventus Turin hat für viele Beobachter völlig überraschend Andrea Pirlo zum Nachfolger von Maurizio Sarri bestimmt. Dass es für den Vorgänger auf der Trainerbank nach dem Aus in der Champions League gegen Olympique Lyon nicht weitergehen würde, war hingegen keine Sensation. Fabio Paratici betont, die Entscheidung sei vorher besiegelt gewesen.

"Wir hatten unsere Erwägungen schon vorher gemacht, eine Partie entscheidet nicht über das Schicksal eines Trainers", so der Sportdirektor gegenüber Sky Italia. "Unsere Entscheidungen sind die Frucht einer Saison, nicht einer Partie." Sarri hatte zwar den neunten Scudetto in Serie gewonnen, jedoch wirkte sein Juventus vergleichsweise verwundbar, war oft abhängig von der individuellen Brillanz von Cristiano Ronaldo und Paulo Dybala. 

"Extrem lang, extrem schwer"

"Diese Saison war extrem lang, extrem schwer und in vielerlei Hinsicht extrem kompliziert", so Paratici. "Wir sind im Saisonfinale zu dieser Entscheidung gekommen. Auch wenn wir den Scudetto gewonnen haben." Die Trennung als solche kommt durchaus nicht überraschend, wohl aber die Wahl des Nachfolgers. Immerhin hat Pirlo keinerlei Erfahrung als Chefcoach im Profifußball. Eigentlich sollte er zur neuen Saison die U23 von Juventus übernehmen. Paratici erklärt die Entscheidung als "äußerst natürlich".

"Vielleicht ein Auserwählter"

"Er ist ein Junge, der bei uns gewesen ist, der bei uns gespielt hat und stets in Kontakt geblieben ist. Vielleicht ist er ein Auserwählter, wie er es als Spieler war." Insgesamt stand Pirlo 164 Mal für die Alte Dame auf dem Feld. Deutlich mehr Partien hat er aber für die AC Mailand absolviert. Deren Fans lassen sich den Spaß nicht nehmen, darauf hinzuweisen, mit wem Pirlo den Traum der Juventus-Bosse selbst erreicht hat: Die Champions League gewann er zweimal in Rot-Schwarz.

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Lars Pollmann  
09.08.2020