Schalkes Vize-Kapitän

Palsson spricht über Alkoholsucht und Depressionen

Palsson steht seit Sommer 2021 beim FC Schalke 04 unter Vertrag. Foto: Thomas Eisenhuth/Getty Images
Palsson steht seit Sommer 2021 beim FC Schalke 04 unter Vertrag. Foto: Thomas Eisenhuth/Getty Images

Victor Palsson vom FC Schalke 04 hat nun gestanden, einst alkoholsüchtig gewesen zu sein und an Depressionen gelitten zu haben.

"Wenn wir einen Tag frei hatten, schüttete ich mich zu und trank am nächsten Tag weiter, um mir nicht eingestehen zu müssen, wie falsch ich mich verhielt. Es war reine Selbstsabotage", sagte Victor Palsson in einem Interview mit dem Spiegel (Zitate via t-online). Suizidgedanken und der Drogentod der Mutter überschatteten laut Angaben des Vizekapitäns des FC Schalke 04 seinen Karrierestart: "Ich konnte mich den Konflikten und dem Schmerz meiner schweren Kindheit nicht stellen, also griff ich zum Glas. Das Trinken war eine Form von Flucht."

"Ich trenne meine Karriere in zwei Hälften"

Der 31-Jährige hofft, dass er mit dem Gang an die Öffentlichkeit zur Sensibilisierung des Problems beitragen kann. "Mir ist es wichtig, auf das Thema mentale Gesundheit aufmerksam zu machen. Bisher ist es immer noch eine Art Tabu. Ich selbst habe aus sehr vielen Fehlern lernen müssen, vor denen ich andere gern bewahren würde", so der Isländer, der anfügte: "Ich trenne meine Karriere in zwei Hälften: von 2007 bis 2014 und von da an bis heute. Der Victor aus der ersten Hälfte hat nichts mit demjenigen zu tun, mit dem Sie jetzt sprechen." Er treffe sich "regelmäßig mit einem Therapeuten und Sportpsychologen. Sie haben mir aus meinen Tiefs geholfen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du offen über deine Probleme redest, sondern eines der Stärke", so Palsson.

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Adrian Kuehnel  
18.05.2022