2. Bundesliga

Roundup: Paderborn wackelt trotz Monster-Hälfte, Regensburg bleibt an St. Pauli dran

Sven Michel (l.) war der Matchwinner des SC Paderborn. Foto: Getty Images.
Sven Michel (l.) war der Matchwinner des SC Paderborn. Foto: Getty Images.

Trotz einer 4:0-Pausenführung musste der SC Paderborn phasenweise um den Sieg beim Karlsruher SC bangen. Unterdessen bezwang Hansa Rostock Fortuna Düsseldorf, während der FC Ingolstadt gegen Jahn Regensburg verlor.

Michel trifft dreifach - dann meldet sich Karlsruhe zurück

In der Anfangsviertelstunde lieferten sich der Karlsruher SC und der SC Paderborn ein ruhiges Duell. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware, einzig Sven Michel tauchte in Minute sieben vor Marius Gersbeck auf und brachte den Ball im Netz unter, stand dabei aber im Abseits. Ab der 20. Minute sollte Paderborn jedoch das Heft in die Hand nehmen und den KSC nach Strich und Faden dominieren: Julian Justvan setzte sich vor dem Strafraum gegen mehrere Gegenspieler durch, legte sich den Ball vom linken auf den rechten Fuß und schoss das 1:0 für die Gäste (20.). In Minute 24 erhöhte Michel auf 2:0, als er nach einem Eckball zum Abschluss kam und Gersbeck mit seinem trockenen Abschluss keine Chance ließ. Fünf Minuten später traf Michel nach einem Diagonalpass in die Tiefe per Lupfer zum 3:0, ehe der Paderborner Torjäger in Minute 32 nach mustergültiger Vorlage von Platte seinen Hattrick volledelte. Kurz darauf hätte Platte auf 5:0 stellen können (40.), scheiterte aber an Gersbeck, der als einziger Karlsruher Akteur Gegenwehr lieferte. Entsprechend unzufrieden waren die Fans, als der Halbzeitpfiff ertönte.

Paderborn nahm im zweiten Durchgang den Fuß ein wenig vom Gas, bemühte sich aber weiterhin darum, das Spiel zu kontrollieren und den komfortablen Vorsprung nicht zu gefährden. Der KSC blieb ungefährlich, Fabian Schleusener konnte eine Hereingabe von Marc Lorenz nicht verwerten (54.); auf der anderen Seite behielt Gersbeck gegen Kelvin Ofori die Überhand (55.). Die beste Chance für die Hausherren hatte Kyoung-Rok Choi, der nach einem Querpass von Lorenz den Pfosten traf (60.). In der 68. Minute belohnten sich die Gastgeber für ihren Aufwand, Fabian Schleusener erzielte das 1:4 – und nur zwei Minuten später stellte Philipp Hofmann nach einem feinen Spielzug über die rechte Außenbahn auf 2:4. KSC-Coach Christian Eichner gab sich damit nicht zufrieden, motivierte seine Schützlinge und peitschte sie nach vorne – von Paderborn war hingegen immer weniger zu sehen. Hofmann hätte aus wenigen Metern auf 3:4 verkürzen könnten, doch Huth parierte (75.). Immer wieder probierte es Karlsruhe über die Flügel und über die zweiten Bälle. In Minute 81 erhielten die Blau-Weißen nach einem vermeintlichen Foul von Jamilu Collins an Marvin Wanitzek einen Elfmeter, den Schiedsrichter Timo Gerach nach Sichtung der Bilder in der Review-Area zurücknahm. Paderborn war in den Schlussminuten überhaupt nicht mehr präsent, schaffte es aber trotz einiger Chancen für den KSC, den 4:2-Sieg über die Zeit zu retten. 

Durch die Niederlage rutscht der Karlsruher SC Mit 16 Punkten auf den neunten Tabellenplatz ab. Der SC Paderborn bleibt dem Spitzen-Trio der 2. Bundesliga hingegen auf den Fersen und hat mit 21 Zählern nur einen Punkt Rückstand auf den Drittplatzierten Schalke 04. 

Ideenlose Fortuna verliert in Rostock

Nach dem Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale bot Hansa Rostock vom Anstoß weg eine engagierte Leistung gegen Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer hatten mit dem hohen Rostocker Pressing Probleme, spielten sich selten bis ins letzte Drittel vor und durften sich bereits früh bei Florian Kastenmeier bedanken, der gegen Damian Roßbach (5.) und Nik Omladic (7.) parierte. Als Hanno Behrens nach einer Balleroberung im gegnerischen Drittel ins Zentrum zog und den Ball sehenswert ins obere rechte Toreck schlenzte, war Kastenmeier allerdings chancenlos – und Hansa ging verdient in Führung (20.). Der Aufsteiger hätte auf 2:0 erhöhen können, John Verhoek scheiterte aber in den Minuten 24 und 30 an Kastenmeier, der Schlimmeres für die Fortuna verhinderte. Da sich die Elf von Christian Preußer keine nennenswerten Torraumszenen erarbeitete, blieb es zur Pause bei der 1:0-Führung für Rostock.

Düsseldorf kehrte mit einem anderen Gesicht aus der Kabine zurück, wirkte deutlich präsenter – und doch waren es die Rostocker, die die beste Chance nach Wiederbeginn hatten; doch Kastenmeier parierte den strammen Schuss von Streli Mamba (55.). Kurz darauf erzielte die Fortuna den Ausgleich: Die Gäste kombinierten sich durchs Zentrum, Marcel Sobottka steckte durch für Khaled Narey, der Markus Kolke keine Chance ließ (57.). Nach einem indirekten Freistoß in der 66. Minute jubelte Rostock kurzzeitig über die erneute Führung, Verhoek tappte allerdings in die Abseitsfalle der hoch verteidigenden Fortuna. Hansa kam wieder besser in die Partie, hatte durch Omladic eine weitere Chance, die nur knapp am Tor vorbeiflog (69.). Drei Minuten später erhielten die Hausherren wegen eines Handspiels von Sobottka einen Elfmeter, den Bentley Baxter Bahn zum 2:1 verwandelte. In längeren Ballbesitzphasen fand die Fortuna kein probates Mittel, um den Abwehrblock zu knacken. Hansa verteidigte die Führung mit allen Mitteln, brachte diese über die Ziellinie und fuhr verdiente drei Punkte ein. 

Hansa Rostock hat sich im unteren Tabellendrittel ein wenig Luft verschafft. Mit nun 14 Punkten liegt der Aufsteiger auf Platz zwölf direkt hinter Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer dürften mit 15 Punkten und Platz elf unzufrieden sein. 

Ingolstadt engagiert, aber Regensburg effizienter

Der FC Ingolstadt war sichtlich bemüht, einen ordentlichen Auftritt gegen Jahn Regensburg hinzulegen und hatte die erste Chance der Partie, als Fatih Kaya nach einem Doppelpass mit Denis Linsmayer gerade rechtzeitig von Innenverteidiger Steve Breitkreuz gestoppt wurde. Dann allerdings ging der Jahn in Führung: Benedikt Saller durfte auf der rechten Außenbahn marschieren und spitzelte den Ball an der Grundlinie ins Zentrum, wo David Otto nur noch einschieben musste (9.). Die Schanzer blieben am Drücker, hatten durch Michael Heinloth die unmittelbare Chance zum Ausgleich – jedoch segelte der Ball knapp am langen Pfosten vorbei (11.). Ingolstadt blieb aktiv, Regensburg erlangte keine richtige Spielkontrolle. Im weiteren Verlauf hatte aber der Tabellenzweite die beste Gelegenheit, als Max Besuschkow nach einer Ecke an Fabijan Buntic scheiterte (34.). Somit nahm Regensburg den Vorsprung mit in die Kabine.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit suchte Ingolstadt den Weg nach vorne, der Abschluss von Rico Preißinger ging aber weit am Tor vorbei (49.). Deutlich gefährlicher wurde es beim Kopfball von Thomas Keller in der 55. Minute, Alexander Meyer rettete aus kürzester Distanz. Nach einer knappen Stunde bekam Regensburg wegen eines Foulspiels von Marc Stendera an Benedikt Gimber einen Elfmeter zugesprochen, den Besuschkow zum 2:0 verwandelte. Damit stellten die Gäste den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf, da sie anders als der weiterhin engagierte FCI ihre Chancen nutzten. Denn kurz nach dem zweiten Gegentreffer bot sich eine erneute Gelegenheit, Marcel Gaus jagte den Ball aber über die Latte (65.). Auf der anderen Seite traf Regensburg zum Dritten, als Kaan Caliskaner zwei Minuten nach seiner Einwechslung nach einer Ecke per Kopf einnickte (72.). Mit diesem Tor war die Partie endgültig entschieden - und da der Treffer von Maximlian Beister zum 1:3 wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen wurde, blieb der Spielstand bis zum Schlusspfiff unverändert. 

Der FC Ingolstadt bleibt Tabellenletzter, hat weiterhin fünf Punkte auf dem Konto und nun sieben Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Jahn Regensburg bleibt derweil auf Rang zwei und befindet sich weiter in Lauerstellung: Spitzenreiter St. Pauli (26 Punkte) ist nur einen Zähler entfernt. 

Florian Bajus  
31.10.2021