Vertrag bis 2023

Nur noch Tribünengast: Weltmeister Durm vorm Eintracht-Aus?

Erik Durm saß bei der Eintracht zuletzt nur noch auf der Tribüne. Foto: Getty Images

Erik Durm ist bei Eintracht Frankfurt nicht mehr gefragt. Der Außenverteidiger saß zuletzt nur noch auf der Tribüne. Trennen sich im Sommer die Wege? Für Sportvorstand Markus Krösche könnte ein Abgang des 29-Jährigen zur Mammutaufgabe werden. 

Von den letzten zehn Pflichtspielen schaffte es Erik Durm bei Eintracht Frankfurt siebenmal nicht mehr in den Kader. Selbst die Tatsache, dass der Rechtsfuß auch auf der linken Seite spielen könnte, brachte ihm bei Trainer Oliver Glasner keinen Bonus mehr ein. Seit 2019 steht der ehemalige Nationalspieler bei den Hessen unter Vertrag, insgesamt sind 46 Pflichtspiele (ein Tor, drei Vorlagen) für den Ex-Dortmunder notiert. Nachdem er in dieser Saison unter dem neuen Trainer Oliver Glasner zumindest zu Beginn noch gefragt war, rückte Durm immer mehr ins zweite Glied, kommt insgesamt nur auf 574 Einsatzminuten. Hätte es im Winter ein Angebot für den 29-Jährigen gegeben, die Eintracht hätte ihm keine Steine in den Weg gelegt. Doch das blieb aus und auch Durm selbst hatte keinerlei Ambitionen den Klub zu verlassen. Er fühlt sich im Verein und der Region wohl. 

Durm kennt keine Konkurrenz 

Doch wird gerade diese Wohlfühloase für Durm zum Verhängnis? Intern freut man sich natürlich darüber, dass der sich auch ohne Murren auf die Tribüne setzt, gleichzeitig ist man aber durchaus verwundert, dass der ehemalige Nationalspieler (sieben A-Länderspiele) nur bedingt den Konkurrenzkampf sucht. Schon im Sommer betonte er in einer Presserunde: "Ich hab mit Timmy Chandler und Danny da Costa zwei Freunde auf der Position. Deswegen sehe ich es nicht als Konkurrenz. Der Bessere spielt, der andere wird unterstützt." Eine Ansage an die Konkurrenten sucht man beim Defensivspieler vergeblich. Dabei würde dem Weltmeister von 2014 (ohne Einsatz im Turnier) gerade etwas mehr Ellebogenmentalität im harten Profibusiness durchaus gut tun. 

Wie löst Krösche die Personalie Durm?

Die Nicht-Nominierung für die Europa League war für Durm trotz dessen Polyvalenz ein klares Zeichen. Die Ambitionen des Klubs und die Leistungsfähigkeit des Rechtsverteidigers, sind eigentlich nicht mehr vereinbar. Im Sommer soll auf der rechten Seite der große Umbruch vollzogen werden. Danny da Costas Vertrag läuft aus, mit Ansgar Knauff wurde im Winter schon ein Spieler von Borussia Dortmund ausgeliehen. Aber auch Durm ist ohne Perspektive. Das Problem: Bei seinem ablösefreien Wechsel 2019 unterschrieb dieser einen gut dotierten Vertrag in Vor-Corona-Zeiten. Der könnte für Krösche nun zum Verhängnis werden. Denn selbst wenn er Durm ablösefrei ziehen lassen würde - am Ende dürfte vor allem auch das Gehalt für einen neuen Klub der Knackpunkt sein, selbst bei einer Vertragsauflösung. Eine knifflige Personalie für alle Seiten. 

Benjamin Heinrich  
14.02.2022