"Falsche Schlüsse aus dem zweiten Platz gezogen"

Nigbur: "Schalke schon im Jahr der Vizemeisterschaft abgestiegen"

Schalke könnte am späten Dienstagabend abgestiegen sein. Foto: Imago
Schalke könnte am späten Dienstagabend abgestiegen sein. Foto: Imago

Der FC Schalke 04 könnte am späten Abend als erster Absteiger aus der Bundesliga feststehen. Bei einer Niederlage gegen Arminia Bielefeld wird aus der bösen Ahnung endgültige Gewissheit. Klubikone Norbert Nigbur sieht den Niedergang als schleichenden Prozess der vergangenen Jahre.

"Schalke ist schon im Jahr der Vizemeisterschaft [2017/18, Anm. d. Red.] abgestiegen, nicht erst in dieser Saison, weil damals die falschen Schlüsse aus dem zweiten Platz gezogen worden sind", sagt der langjährige Torhüter der Königsblauen gegenüber der WAZ. Beispielsweise sei der wenig charmante Abschied des langjährigen Kapitäns Benedikt Höwedes ein fatales Zeichen gewesen. "Ein Trainer, der mit Stars nicht klarkommt, ist für mich kein guter Trainer. So viel Glück kann man eigentlich nicht haben, um dann noch Vizemeister zu werden", kritisiert Nigbur nicht zuletzt den damaligen Chefcoach Domenico Tedesco.

"Schalke hat einen schweren Gang vor sich"

In der aktuellen Situation derweil fordert der geborene Gelsenkirchener, dass sein Herzensklub Schalke sich mehr sportliche Kompetenz verschafft. Es mangele an den nötigen Strukturen, um eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. "Sonst fängt der gleiche Mist wieder von vorne an", sagt Nigbur. Dem aktuellen Kader traue er jedenfalls keineswegs zu, in Liga zwei um den sofortigen Wiederaufstieg zu kämpfen. "Schalke hat einen schweren Gang vor sich, wird der Schalter nicht umgelegt", so die düstere Prognose des 72-Jährigen. Nigbur hatte in den 70er und 80er Jahren mehr als 400 Pflichtspiele für den FC Schalke 04 bestritten, gehörte auch zur ersten S04-Mannschaft, die aus der Bundesliga abstieg (1981).

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Lars Pollmann  
20.04.2021