Köln-Coach mit klarer Haltung

Newcastle? Baumgart: "Wir brauchen gar nicht da rüber gucken"

Baumgart ist kein Freund von Investoren. Foto: Getty Images
Baumgart ist kein Freund von Investoren. Foto: Getty Images

Während der Länderspielpause ist die Übernahme des englischen Traditionsklubs Newcastle United durch ein vom saudischen Staatsfonds Public Investment Fund angeführtes Konsortium über die Bühne gegangen. Gerade in Deutschland kam es zu großer Kritik aufgrund der nachweislichen Verletzungen der Menschenrechte in Saudi Arabien. Steffen Baumgart kann mit Investoren im Fußball ohnehin eher wenig anfangen.

"Ich finde diese ganzen Konsortien sowieso schwierig, aber in England ist das ja gang und gäbe. Jetzt kommt noch ein größerer als der davor", sagt der Chefcoach des 1.FC Köln am Samstagabend im ZDF-'Sportstudio'. Newcastle könnte in den kommenden Jahren zur fußballerischen Großmacht aufsteigen, wie zuletzt etwa Jürgen Klopp warnte (fussball.news berichtete). Baumgart hat nur geringes Interesse daran. "Wenn ich gewisse Mannschaften sehe, mit welchen Etats die rumlaufen, da brauchen wir in ganz Deutschland gar nicht da rüber gucken. Wir müssen unsere eigenen Wege gehen", fordert der Trainer der Geißböcke.

"Gucken, dass der Fußball einfach und klar bleibt"

Für den Augenblick ist durch die 50+1-Regel weitgehend ausgeschlossen, dass Investoren einen Klub künstlich aufpäppeln, wenngleich Beispiele wie RB Leipzig zeigen, dass auch das deutsche System nicht komplett undurchlässig ist. Aus Sicht von Baumgart sollte sich die Bundesliga ihr Alleinstellungsmerkmal dennoch bewahren. "Wir sollten gucken, dass der Fußball einfach und klar bleibt und für die, für die wir es machen. Das sind nicht die Konsortien, das sind die Zuschauer, die draußen sind, die Emotionen", so der Erfolgscoach des 1.FC Köln. Der Sport sei für die Menschen da, "die in die Stadien gehen, und nicht für die, die damit Geld verdienen", bringt es Baumgart auf den Punkt.

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Lars Pollmann  
17.10.2021