Von Del'Haye bis Cuisance

Neuhaus' Vorgänger? Die Gladbach-Transfers der Bayern

Neuhaus steht beim FC Bayern auf der Liste. Foto: Lars Baron/Getty Images
Neuhaus steht beim FC Bayern auf der Liste. Foto: Lars Baron/Getty Images

Spätestens seit seinem Treffer beim 3:2-Sieg am Freitagabend ist Florian Neuhaus von Borussia Mönchengladbach ein Thema beim FC Bayern. Im Sommer könnte der Nationalspieler dank einer Ausstiegsklausel nach München wechseln, berichtet der TV-Sender Sky. Er wäre lange nicht das erste Fohlen, das dem Lockruf der Bayern erliegt.

Die einstigen Hauptkonkurrenten in der Bundesliga der 1970er Jahre haben sich in den vergangenen Jahrzehnten unterschiedlich entwickelt. Der Rekordmeister wurde zum europäischen Superklub, Gladbach hat zwei Abstiege hinter sich und drängt nun mit Nachdruck zurück in die Spitze der Liga. Neunmal wechselten Profis vom Niederrhein an die Isar. Ihre Bilanz fällt gemischt aus.

Del'Haye war der erste

Den Anfang machte 1980 Karl Del'Haye, der für die damalige Rekordsumme von 1,3 Millionen DM wechselte. In München fand der wuselige Angreifer sein Glück nicht, war zumeist nur Joker. Die Legende von den Bayern-Transfers, die nur den Konkurrenten schwächen sollten, hat für viele Beobachter hier ihren Ursprung. Fraglos ist, dass Lothar Matthäus, der Del-Haye 1984 folgte, bei Bayern selbst zur Legende wurde.

'Judas' Matthäus

Die Umstände seines Transfers, inklusive eines verschossenen Elfmeters im DFB-Pokalfinale, brachten dem späteren Weltfußballer unter Gladbach-Fans den unschönen Spitznamen 'Judas' ein. Bis heute ist der TV-Experte bei vielen Anhängern am Niederrhein eine Persona non grata. Eine grundsätzlich eher ablehnende Haltung schlägt auch Stefan Effenberg entgegen, der die Fohlen gleich zweimal, 1990 und '98, Richtung FC Bayern verließ.

Jansen wurde zum Flop

1999 folgte ihm Patrick Andersson, Schütze des Goldenen Tors zur Herzschlag-Meisterschaft im Fernduell mit dem FC Schalke 04. Anschließend war acht Jahre Ruhe, in denen die Gladbacher aber auch kaum für die Münchner interessante Spieler hervorbrachten. Marcell Jansen im Jahr 2007 und Alexander Baumjohann zwei Spielzeiten später wären in der Rückschau wohl besser bei den Fohlen geblieben, wohingegen Verteidiger Dante (Wechsel 2012) sein Glück fand und, wie Effenberg und Andersson, Triple-Sieger wurde.

Cuisance schon verliehen

Offiziell darf auch Michael Cuisance diese Bezeichnung führen, obwohl der Mittelfeldmann nur zwei Einsätze in der Vorsaison absolviert hat. Auch beim Franzosen begleitete lautes Getöse seinen Wechsel von Gladbach nach München. Inzwischen ist er schon an Olympique Marseille weiter verliehen. Ob Neuhaus nun der zehnte Transfer vom Niederrhein nach Bayern wird, muss die Zeit zeigen. Unter seinen Vorgängern halten sich Volltreffer und Fehlschüsse in etwa die Waage. Rein qualitativ ist Neuhaus freilich näher an den Effenbergs und Matthäus' als an einem Alexander Baumjohann.

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Lars Pollmann  
12.01.2021