Behrens-Nachfolger

Neuer FCN-Kapitän: Ist Valentini die richtige Wahl?

Enrico Valentini ist neuer Kapitän des 1. FC Nürnberg.
Enrico Valentini ist neuer Kapitän des 1. FC Nürnberg. Foto: Imago Images

Einen Tag vor dem ersten Pflichtspiel gegen RB Leipzig bestätigte der 1. FC Nürnberg Enrico Valentini als neuen Kapitän. Der gebürtige Stadt-Nürnberger beerbt damit Hanno Behrens, der dem Mannschaftsrat erhalten bleibt. Aus menschlicher Sicht ist dieser Entscheid nachvollziehbar, einen erheblichen sportlichen Mehrwert wird er aber wohl nicht nach sich ziehen.

Es sei eine große Ehre für ihn, in der kommenden Saison Kapitän des 1. FC Nürnberg zu sein, sagte Enrico Valentini unmittelbar nach der Bekanntgabe. Der Außenverteidiger sowie Ex-Spielführer Hanno Behrens, Manuel Schäffler, Christian Mathenia und Fabian Nürnberger bilden überdies den Mannschaftsrat des Club.

Wahl kommt nicht überraschend

Am Donnerstag hatte also die Mannschaft entschieden, wer das Team zukünftig nach außen vertreten soll. Dass ausgerechnet Valentini mit dem Kapitänsamt betraut wurde, war erwartbar – und das nicht nur aufgrund seiner großen Verbundenheit mit dem Verein. Der 31-Jährige gilt in der Mannschaft als Gutelaune-Typ und trägt entschieden zur Atmosphäre innerhalb des Gefüges bei. Bei aller Sympathien gerät der sportliche Aspekt aber etwas in den Hintergrund.

Defensiv wie offensiv nicht ausreichend

Insgesamt 23 Einsätze zählte Valentini in der vorigen Saison, in welcher der 1. FCN bekanntermaßen in letzter Sekunde dem Abstieg in der 3. Liga entkommen war. Der im Nürnberger Stadtteil Zerzabelshof aufgewachsene Außenverteidiger präsentierte sich defensiv meist fahrig, gewann nicht mal die Hälfte seiner Zweikämpfe (48%). Auch in der Bewegung nach vorne waren Valentinis Auftritte selten überzeugend – eine Torvorlage ist ihm nicht gelungen.

Klauß trägt Entscheidung mit

"Die Kapitänswahl war eine Entscheidung der Mannschaft", betonte Nürnbergs neuer Cheftrainer Robert Klauß vor dem DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig. "Wir als Trainerteam haben das komplett mitgetragen." Wenn Valentini am Samstagnachmittag seine Teamkollegen erstmals an vorderster Front auf den Rasen geleitet, wird es gut zu beobachten sein, wie sich der Ur-Nürnberger in seine neue Rolle einfühlt.

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Andre Oechsner  
11.09.2020