Ex-RB-Trainer siegt bei Rückkehr

Nagelsmanns Selbstkritik: "Wir waren nicht so viel besser"

Julian Nagelsmann war nicht mit allen Aspekten zufrieden. Foto: Imago.
Julian Nagelsmann war nicht mit allen Aspekten zufrieden. Foto: Imago.

Julian Nagelsmann hat seine Rückkehr nach Leipzig positiv gestaltet. Gegen RB setzte sich der FC Bayern mit 4:1 durch. In den Augen des Cheftrainers fiel das Ergebnis zu hoch aus, gemessen an den Umständen war Nagelsmann aber mit dem Spiel zufrieden.

In einer wilden ersten Halbzeit brachte Robert Lewandowski den FC Bayern per Elfmeter in Führung (12.). Unmittelbar nach der Pause erhöhten die Münchner durch Tore von Jamal Musiala (47.) und Leroy Sane (54.) auf 3:0. Zwar verkürzte Konrad Laimer per Distanzschuss auf 1:3 aus Sicht von RB Leipzig (58.), jedoch verpassten die Sachsen den Anschlusstreffer und kassierten in der Nachspielzeit das vierte Gegentor durch Eric Maxim Choupo-Moting. 

Nagelsmann: "Waren nicht so viel besser"

Laut Julian Nagelsmann waren die Münchner allerdings nicht so dominant, wie es das Ergebnis vermitteln mag: "Am Unterschied der Tore gemessen waren wir nicht so viel besser. Am Anfang der zweiten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht. In der ersten Halbzeit war es wild von beiden, sehr viel Hektik und Ballverluste auf beiden Seiten", sagte der Bayern-Coach nach dem Schlusspfiff bei Sky.  

"Gratwanderung" in der Startelf: "Irgendwan muss ich Benji und Lucas reinwerfen"

Auch wegen der Startaufstellung sei es insbesondere in den ersten 45 Minuten ein kompliziertes Spiel gewesen, sagte Nagelsmann. In der Abwehr feierten Benjamin Pavard und Lucas Hernandez ihr Saisondebüt, Niklas Süle und Josip Stanisic erhielten dagegen eine Pause. "Es ist immer eine Gratwanderung, wie viel Neues du reinbringst. Ich will, dass wir uns immer weiterentwickeln und nicht nur auf Altbewährtes setzen. Das ist nicht so einfach", sagte Nagelsmann, der betonte: "Irgendwann muss ich Benji und Lucas reinwerfen. Wenn es heute ausgerechnet gegen RB ist, ist es Dienstag ausgerechnet gegen Barcelona. Für Dienstag ist mir das Risiko zu groß, weil wir in der Champions League nur sechs Vorrundenspiele haben, in der Bundesliga 34 Spiele. Niki (Niklas Süle, d. Red.) hat letztes Jahr kaum gespielt, vorletztes Jahr kaum gespielt, jetzt sein siebtes Spiel in dreieinhalb Wochen gemacht. Auch da müssen wir aufpassen. Er wird am Dienstag wieder gebraucht."

Lob für Musiala: "Er ist außergewöhnlich"

Einen positiven Eindruck hinterließ unterdessen Jamal Musiala. Neben Thomas Müller (fussball.news berichtete) erteilte auch Nagelsmann dem Youngster ein Sonderlob: "Ich habe einige Nachwuchsspieler gehabt. Er ist außergewöhnlich, was seine Fähigkeiten und seine Charakterzüge angeht. Er ist sehr demütig, will arbeiten, hört zu - und man hat nach dem Spiel nie das Gefühl, er ist abgehoben, weil er das Spiel entschieden hat. Er macht das, weil es ihm Spaß macht, Fußball zu spielen. Da gibt es auch andere Nachwuchsspieler, die man über die Zeit erlebt."

Florian Bajus  
11.09.2021