Spannendstes Duell an der Seitenlinie?

Nagelsmann will sich auf das Spiel von Simeone "nicht so extrem einlassen"

Simeone war schon als Spieler ein Heißsporn. Foto: JAVIER SORIANO/AFP via Getty Images
Simeone war schon als Spieler ein Heißsporn. Foto: JAVIER SORIANO/AFP via Getty Images

Wenn RB Leipzig im Viertelfinale der Champions League auf Atletico Madrid trifft, könnte die meiste Aufmerksamkeit auf der Seitenlinie ruhen. Mit Julian Nagelsmann und Diego Simeone stehen die wohl größten Stars beider Teams als Trainer am Rand. Auf das Coaching-Duell bereitet sich Nagelsmann besonders vor.

Spiele gegen Atletico sind dabei durchaus auch spezielle Belastungen für die Nerven. In der Coaching Zone der Colchoneros ist immer was los, Simeone selbst flitzt während der 90 Minuten hin und her. Auf die Spielchen "darf man sich nicht so extrem einlassen", meint Nagelsmann beim TV-Sender Sky. "Jetzt ohne Zuschauer hört man das noch mehr, dass er immer am Erzählen ist, viel mit dem Schiedsrichter diskutiert, viele Karten fordert." Zu einem gewissen Grad ist es wohl dem Charakter von Simeone geschuldet, der schon als Profi als echter Heißsporn bekannt war.

Nagelsmann scheut den "Infight"

Doch Nagelsmann vermutet auch eine berechnende Seite, und die wohl nicht zu unrecht. "Er macht das nicht mit böser Absicht, sondern mit Kalkül. Er möchte erfolgreich sein. Das zeichnet ihn aus." Der Leipzig-Coach wird dabei ja auch nicht müde, seine Bewunderung für Simeone auszudrücken. Nur während des Spiels dürfte ihm das Verhalten seines Gegenübers bisweilen gegen den Strich gehen. Nagelsmann wird versuchen, es auszublenden. "Man muss sich auf die Inhalte konzentrieren, auf seine Mannschaft. Da ist man besser dran, als wenn man da in den Infight geht." Den würde so ziemlich jeder Trainer gegen Simeone auch schlichtweg verlieren.

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Lars Pollmann  
06.08.2020