Trainer gewährt Einblicke

Nagelsmann über Gehaltskürzungen: "Kann den Verein verstehen"

Nagelsmann äußert sich zur Impft-Debatte.
Nagelsmann äußert sich zur Impft-Debatte. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Auch nach dem 2:1-Sieg des FC Bayern gegen Dynamo Kiew in der Champions League steht die Impf-Debatte noch voll im Fokus. Cheftrainer Julian Nagelsmann gibt dazu seine reflektierte Meinung ab.

Wie die Bild am Sonntag zuletzt vermeldete, haben die Verantwortlichen des FC Bayern sich dazu entschieden, den ungeimpften Profis während einer Ausfallzeit durch Quarantäne kein Gehalt zu zahlen. Bei den Münchnern ist bekanntlich Joshua Kimmich noch ungeimpft. Bei Serge Gnabry, Jamal Musiala, Eric Maxim Choupo-Moting und Michael Cuisance besteht die Annahme. Denn alle genannten Akteure sind derzeit - obwohl selbst negativ - in Isolation.

"In Deutschland gibt es das Arbeitsrecht"

Von einer Sanktion wollte Julian Nagelsmann diesbezüglich aber nicht sprechen. Auf der Pressekonferenz nach dem Sieg in Kiew stellte er klar: "Ich glaube, Bestrafen ist das falsche Wort. In Deutschland gibt es das Arbeitsrecht, wo der Arbeitgeber in gewissen Situationen das Recht hat, dem Arbeitnehmer die Gehaltszahlung zu stoppen. In diesem Fall geht es um die Quarantäne einer ungeimpften Person. Das ist aber nichts Fußballspezifisches." Beispielhaft sagte der Chefcoach des FC Bayern: "Wenn eine Zahnartzhelferin nicht geimpft ist und ausfällt, darf der Zahnarzt auch die Gehaltszahlung stoppen."

Für den 34-jährigen Übungsleiter ist es "aus Trainersicht eine Gratwanderung". Seine Erklärung lieferte er hinterher: "Du willst, dass die Spieler gute Leistungen bringen und alle zur Verfügung stehen. Du verstehst aber Meinungen der Spieler und respektierst diese. Wir haben in Deutschland noch keine Impfpflicht, das kann sich ändern. Ich habe eine klare Meinung dazu, dass ich es gut finde, wenn man sich impfen lässt und auch richtig finde, der Pandemie Herr zu werden und zu besiegen."

"Versuche, als Verbindungstyp zu wirken"

Nagelsmann gibt sich bemüht, alle Parteien zu verstehen und versicherte: "Ich kann aber auch den Verein verstehen, der sagt, dass er von seinem Arbeitsrecht Gebrauch macht, wenn er aufgrund der Entscheidungen der Spieler nicht auf die außergewöhnlichen Qualitäten zurückgreifen kann." Der Trainer des deutschen Rekordmeisters sieht sich aber nicht als Entscheider. "Ich versuche einerseits die Meinung des Klubs zu verstehen und natürlich auch zu vertreten. Anderseits versuche ich auch, die Meinung meiner Spieler zu verstehen und zu vertreten. In dieser Gemengelage versuche ich, bisschen als Verbindungstyp zu wirken. Ich glaube, dass klappt ganz gut", meinte der gebürtige Landsberger.

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Adrian Kuehnel  
23.11.2021