Trainer sieht Leipzig als Außenseiter

Nagelsmann: "Mit Hin- und Rückspiel hätten wir schwerere Karten gehabt"

Nagelsmann sieht einen Vorteil im neuen Modus. Foto: RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images
Nagelsmann sieht einen Vorteil im neuen Modus. Foto: RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images

RB Leipzig trifft in elf Tagen im Viertelfinale der Champions League auf Atletico Madrid. Der spanische Spitzenklub geht als Favorit ins Rennen, nicht nur, weil er den Titelträger FC Liverpool eliminiert hat. Julian Nagelsmann fühlt sich wohl als Außenseiter.

"Es gibt keine klassischen Favoriten mehr", sagt der Trainer gegenüber Bild am Sonntag zwar. "Atalanta und wir sind es eher nicht", meint er aber auch. "Das liegt am Namen und an der Erfahrung. Es gibt Kader, die noch besser besetzt sind." Allerdings heiße dies nicht zwingend ein frühes Aus beim Final-Turnier für die Underdogs. Ajax habe erst in der Vorsaison vorgemacht, dass auch Außenseiter sehr weit kommen können. Einen Vorteil für Leipzig sieht Nagelsmann dabei darin, dass es nur noch einzelne K.o.-Spiele bestreiten muss.

"Mit Hin- und Rückspiel hätten wir schwerere Karten gehabt"

"Mit Hin- und Rückspiel hätten wir schwerere Karten gehabt, weil Atletico auch mal in der Lage ist, auswärts 'nur' 1:0 zu verlieren und zu Hause zwei, drei Tore zu schießen", analysiert Nagelsmann. Zudem helfe seinem Team die Unbekümmertheit, die mit der Rolle als Underdog einher geht. Immerhin habe Leipzig sein Soll in der Königsklasse schon erfüllt, wohingegen Atletico auf den Titelgewinn schielt. Die Favoritenrolle sieht Nagelsmann bei den Spaniern gut aufgehoben. "Sie sind deutlich weiter als wir, was die Erfahrung auf internationalem Niveau angeht. Und sie haben viele Spieler, die schon Großes erreicht haben."

Rhythmus wichtiger als Pause

Zudem sei Atletico wie einige andere Vertreter im Wettbewerb im Vorteil, nach der Corona-Unterbrechung länger im Rhythmus zu sein. Die Bundesligisten RB Leipzig und FC Bayern haben über einen Monat Pause vor dem Startschuss in die Champions-League-Endphase. Bei Juventus Turin zum Beispiel sind es gar nur wenige Tage. "Mehr im Rhythmus zu sein, ist für so ein Champions-League-Turnier schon ein bisschen mehr ein Vorteil, als länger Pause gehabt zu haben", ist Nagelsmann sicher.

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Lars Pollmann  
02.08.2020