Pleite bei Aufsteiger

Nach Schiri-Kritik: DFB widerspricht HSV-Boss Boldt

Boldt ist seit 2019 beim HSV tätig. Foto: Cathrin Mueller/Getty Images
Boldt ist seit 2019 beim HSV tätig. Foto: Cathrin Mueller/Getty Images

Der HSV kassierte auswärts bei Aufsteiger SV Elversberg die erste Niederlage der laufenden Zweitligasaison. Nach dem 1:2 echauffierte sich Sportvorstand Jonas Boldt über die Schiedsrichterleistung. Der DFB widerspricht dem Hamburger Funktionär nun.

Boldt "hat das Verständnis für ein Fußballspiel gefehlt"

Eine Szene brachte Jonas Boldt am 6. Spieltag der 2. Bundesliga in Elversberg besonders auf die Palme: Jean-Luc Dompes Treffer zum vermeintlich zwischenzeitlichen Ausgleich (18.) wurde von Referee Patrick Schwengers nach VAR-Check zurückgenommen. Ludovit Reis soll unmittelbar zuvor Carlo Sickinger gefoult haben - eine harte Entscheidung.

"Wenn du jede einzelne Szene rauspickst, dann findest du immer etwas. Mir hat die Linie und vor allem das Verständnis für ein Fußballspiel gefehlt", wird Boldt von der Hamburger Morgenpost zitiert. "Ich habe das Gefühl, dass wir nur noch ausbilden, wie wir irgendwelche Szenen im Standbild bewerten und nicht wie eine Spielleitung funktioniert. Das habe ich mehrfach schon angesprochen", sagte der Sportvorstand des HSV.

Mediensprecher der DFB-Schiedsrichter reagiert auf Boldt-Kritik

Der DFB widerspricht Boldt nun. "Natürlich bilden wir beim DFB nicht nur anhand von Standbildern aus. Unsere Ausbildung hat sich in Form von Coaching professionalisiert. Wir achten dabei auf das Gesamtbild, um eine gute Spielleitung zu fördern", sagt der Mediensprecher der DFB-Schiedsrichter, Alexander Feuerherdt, dem Abendblatt. Ohnehin sei die Entscheidung des VAR korrekt gewesen. "Standbilder sind eine schwierige Angelegenheit, weil sie die Dynamik nicht wiedergeben. Der Kontakt von Ludovit Reis am Schienbein hat aber ausgereicht, um das Tor zurückzunehmen, weil daraus der Ballverlust des Elversbergers resultiert", so Feuerherdt.

"Kritik prallt nicht einfach an uns ab"

Boldt erklärte, seine Kritik schon "mehrfach" beim DFB hinterlegt zu haben. Geändert habe sich dadurch jedoch nichts, wenngleich der DFB widerspricht. "Wir suchen den Austausch mit den Vereinen, um unsere Schiedsrichter-Leitungen zu verbessern. Kritik prallt nicht einfach an uns ab. Wir laden sogar immer wieder Trainer in die Trainingslager der Schiedsrichter ein, um das Fußballverständnis der Schiedsrichter zu verbessern", entgegnet Feuerherdt.

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Adrian Kühnel  
18.09.2023