Chaos in Wolfsburg

Nach Kontrolle von Bremer Ultras: Polizei rechtfertigt Vorgehen

Die Ultras von Werder Bremen hatten eine ungemütliche Ankunft in Wolfsburg. Foto: Stuart Franklin/Getty Images
Die Ultras von Werder Bremen hatten eine ungemütliche Ankunft in Wolfsburg. Foto: Stuart Franklin/Getty Images

Die Verantwortlichen von Werder Bremen haben die Kontrollmaßnahmen der Polizei am Wolfsburger Hauptbahnhof gegen Bremer Ultras mit aller Deutlichkeit kritisiert. Die Polizei verteidigte ihr Vorgehen derweil.

Die Ultras von Werder Bremen wurden am vergangenen Samstag am Wolfsburger Hauptbahnhof von der Polizei überrascht. Aufgrund durchgeführter Kontrollmaßnahmen entschieden sich rund 270 Bremer Fans für die Rückreise. "Ich verstehe es nicht. Ich weiß nicht, wer das entschieden hat und ich weiß auch nicht, wer sich da verwirklichen wollte, aber ich finde es eine Frechheit", zeigte sich Werders Profifußball-Leiter Clemens Fritz angesichts des Handelns der Polizei verärgert. Auch Wolfsburgs Sportchef Jörg Schmadtke kritisierte gegenüber der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung: "Wenn diese Gangart der Beamten Standard ist, stellt das für mich die gesamte Polizeiarbeit infrage. Es kann doch nicht sein, dass die Polizei eingreift, bevor du überhaupt etwas getan hast."

Verhältnis beider Fanlager wird als rivalisierend eingestuft

Die Fanhilfe Werders kündigte bereits eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Vorgehens seitens der Ordnungskräfte an. Der VfL Wolfsburg wird nicht entwertete Tickets erstatten. Die Polizei beteuerte indessen am Sonntag, sowohl die Polizei Wolfsburg wie auch die Polizeibehörde Bremen stufe "das Verhältnis beider Fanlager als rivalisierend ein". Die Begegnung sei als "Rot-Spiel eingestuft" und dies dem VfL Wolfsburg am 11. Juli kommuniziert worden. Die Polizei teilte ferner mit, dass sich die Fans aus Bremen grundsätzlich im Stadtgebiet hätten aufhalten dürfen. Erkennbaren Risikopersonen sei allerdings "aufgrund einer individuellen Gefahrenprognose der Aufenthalt in der Innenstadt temporär untersagt" worden. Dies werde "deutschlandweit und auch in Wolfsburg seit Jahrzehnten so praktiziert".

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Adrian Kuehnel  
08.08.2022