Umbruch bei Eintracht Frankfurt

Nach Karriereende von Russ und Fernandes: Auf diese Führungsspieler setzt Hütter

Adi Hütter sieht einige Führungsspieler bei Eintracht Frankfurt.
Adi Hütter sieht einige Führungsspieler bei Eintracht Frankfurt. Foto: Getty Images

Eintracht Frankfurt hat im Sommer mit Gelson Fernandes und Marco Russ zwei Führungsspieler verloren, die beiden Routiniers hatten ihre Karriere beendet. Trainer Adi Hütter muss ein neues Gerüst bilden.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Gelson Fernandes und Marco Russ haben im vergangenen Juni ihre Karrieren beendet, Makoto Hasebe und David Abraham werden in eher näherer statt ferner Zukunft folgen. Es ist ein anderer Umbruch, nicht vergleichbar mit dem vom vergangenen Sommer, als mit dem Abgang der "Büffelherde" Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic internationale fußballerische Klasse kurzfristig ersetzt werden musste.

Der etwas andere Umbruch bei Eintracht

Diesmal müssen die Kaderplaner um Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner die Weichen langfristig stellen, eine neue Achse von Führungsspielern bei den Hessen aufbauen. Es ist ein schwieriges Unterfangen: Einerseits werden "Rohdiamanten" gesucht, andererseits benötigt der Kader auch Erfahrung und eine klare Führung in der Kabine. So waren Fernandes und Russ auch dann wichtig, wenn sie sportlich nicht erste Geige spielten. Sie leiteten junge Spieler an, gaben in schwierigen Situationen Halt, stellten sich Herausforderungen - und gaben ihre Erfahrung weiter.

Hütter sieht neue Achse bereits

Adi Hütter blieb diesbezüglich am Rande des Trainingsauftakts aber entspannt: "Führung hat nicht mit immer etwas mit dem Alter zu tun." Die Eintracht hat genügend Spieler, die im richtigen Alter zwischen 25 und 30 sind und internationale Spiele absolviert haben: "Sie können in diese Rolle schlüpfen." Der Österreicher zählte eine Reihe von Akteuren auf: "Martin Hinteregger, Sebastian Rode, Danny Da Costa, Timothy Chandler oder Dominik Kohr, doch auch Bas Dost oder Filip Kostic." Torhüter Kevin Trapp gehört mit seiner Ausstrahlung, Ruhe und internationalen Erfahrung ebenfalls dazu.

Team performte stark nach dem Re-Start

Bereits im Endspurt der Vorsaison nach dem Re-Start fand das Team immer besser zusammen, einzelne Spieler verbesserten sich und nahmen in einer komplizierten Phase nach nur einem Punkt aus sechs Partien das Heft des Handelns in die Hand. "Wir haben ja nicht nur 18 Spieler, die 18 Jahre jung sind", betonte Hütter. Gegen den FC Basel hat das Team nun die Chance, im Rückspiel des Europa League-Achtelfinales zu zeigen, ob die neue Achse schon trägt.

Christopher Michel  
30.07.2020