HSV verpasste unter Hecking den Aufstieg

Moritz: "Viele fühlten sich links liegen gelassen vom Trainer"

Moritz will Missstände erkannt, aber nicht angesprochen haben. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images
Moritz will Missstände erkannt, aber nicht angesprochen haben. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der Hamburger SV muss einen dritten Anlauf auf den Wiederaufstieg in die Bundesliga nehmen. Auch der vermeintliche Heilsbringer Dieter Hecking hat dieses Ziel in der abgelaufenen Saison verfehlt. Christoph Moritz gibt dem Cheftrainer durchaus eine gewisse Schuld daran.

"Viele fühlten sich links liegen gelassen vom Trainer. Und manche wurden am Ende als Hoffnungsträger gebraucht", so der Mittelfeldmann gegenüber dem Portal Rautenperle. Tatsächlich holte Hecking in der Spätphase der Saison beispielsweise Julian Pollersbeck aus der Versenkung. Auch Moritz selbst spielte plötzlich wieder eine Rolle. "Dass das nicht so funktioniert wie gewünscht, war abzusehen", meint er im Rückblick. "Dafür war die Stimmung zu dem Zeitpunkt in der Kabine einfach schon zu schlecht."

"Hatte einfach nicht das Standing"

Im Nachhinein lässt sich so etwas freilich leicht sagen. Wenn der Routinier die Missstände erkannt hat, warum sprach er sie nicht offen an? "Ich hatte nach den anderthalb Jahren beim HSV und dem halben Jahr unter ihm einfach nicht das Standing, um zum Trainer zu gehen", so die Begründung von Moritz. Sie zeugt nicht eben von der größten Charakterstärke, zeichnet aber ein ausdrucksstarkes Bild vom Innenleben des HSV. Der Abschied von Moritz ist deshalb wohl ebenso folgerichtig wie die Trennung von Hecking. "Ein Wechsel war alternativlos", sagt der 30-Jährige, der noch auf Vereinssuche ist. "Schließlich will ich in der nächsten Saison im Volksparkstadion wenigstens einmal von Beginn an auf dem Platz stehen."

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
24.07.2020