Baier "der letzte Typ in der Truppe"

Mölders: "Da hat man schon einen anderen Abschied verdient"

Mölders übt implizite Kritik an seinem Ex-Klub. Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP via Getty Images
Mölders übt implizite Kritik an seinem Ex-Klub. Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP via Getty Images

Der FC Augsburg hat seinen Kader vor der neuen Saison schon kräftig umgebaut. Die gravierendste Veränderung ist der Abschied von Daniel Baier. Der Mittelfeldmann darf durchaus als Vereinslegende gelten. Sascha Mölders hat wenig Verständnis für den Schritt.

"Ich bin jetzt sehr weit weg. Und Daniel Baier ist keine 26 mehr, sondern 36", schränkt der Angreifer gegenüber der Augsburger Allgemeinen ein. "Aber wenn ich die Leistungen mit den Spielern vergleiche, die auch auf seiner Position gespielt haben, sage ich: Er ist immer noch besser als die anderen. Ich verstehe es einfach nicht." Der Routinier hatte bis Mai seinen üblichen Stammplatz inne, dann sortierte ihn Trainer Heiko Herrlich plötzlich eher zu den Ergänzungsspielern. Nach der Saison folgte dann die eher unzeremonielle Trennung im beidseitigen Einvernehmen.

"Kann mir die Spieler kaum noch merken"

"Daniel war der letzte Typ in der Truppe. Zurzeit ist da ja ein Kommen und Gehen, ich kann mir die Spieler ja kaum noch merken", sagt Mölders. Er selbst hatte den Verein 2016 verlassen, bereits ein Jahr zuvor wollte der Klub ihn kurzfristig abgeben. "In unserer Blütezeit waren wir eine Wahnsinnstruppe", erinnert Mölders an die Mannschaft um etwa Marwin Hitz, Paul Verhaegh, Baier und ihn selbst. "Wir hatten alle Super-Angebote und wir sind alle geblieben. Da hat man schon einen anderen Abschied verdient."

Identifikation wurde beim FCA mal groß geschrieben

Mölders selbst hat diesen Sommer ein finanziell lukratives Angebot von Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München zugunsten eines Verbleibs bei 1860 abgelehnt. Die Löwen erinnern ihn an die besten Tage beim FCA. "Da wurde viel Wert auf Mentalitätsspieler gelegt, auf Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren", so der 35-Jährige. "Auf Typen, die sich auf dem Spielfeld für den Verein zerreißen." Implizit schwingt der Vorwurf mit: Heute ist das wohl weniger der Fall.

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Lars Pollmann  
25.08.2020