Ex-BVB-Star geht auf Kuschelkurs

Mkhitaryan: "Ich werde irgendwann wieder nach Dortmund kommen"

Henrikh Mkhitaryan (l.) spielte drei Jahre für Borussia Dortmund.
Henrikh Mkhitaryan (l.) spielte drei Jahre für Borussia Dortmund. Foto: Getty

Henrikh Mkhitaryan schwärmt von seiner Zeit bei Borussia Dortmund. Der einstige Regisseur der Schwarz-Gelben (2013 - 2016) dankt den Bossen, Trainern und Fans für seine überragenden drei Jahre im Ruhrpott. Doch halt, da war doch noch was...

2016 verließ Henrikh Mkhitaryan für viele Fans sehr überraschend Borussia Dortmund in Richtung Manchester United. Immerhin erhielt der BVB eine Ablöse in Höhe von 42 Millionen Euro als Trostpflaster. Zuvor aber zog der Armenier zusammen mit seinem Star-Berater Mino Raiola ein krudes Schauspiel ab. Viele  Beobachter kamen zu dem Ergebnis, dass sich Mkhitaryan in Erwartung eines deutlich höheren Gehalts direkt nach England streiken wollte.

BVB-Fans noch sauer auf Mkhitaryan

Mkhitaryan, der deshalb bei vielen BVB-Fans noch heute negative Emotionen weckt, stellte nun in einem Interview bei Sport1 jedoch klar: "Es wurde in dieser Zeit sehr viel Blödsinn erzählt. Die Entscheidung wurde von mir und dem Klub zusammen getroffen." Zwar sei in den Verhandlungen nicht alles gut gelaufen, darüber wolle er aber Stillschweigen bewahren. Mkhitaryan gab für seinen Wechsel persönliche Gründe an: "Als ich hörte, dass Manchester United an mir interessiert war, wollte ich dorthin. Es war mein großer Traum, irgendwann mal in England zu spielen. Die Leute haben gesagt, dass ich das nur wegen der Kohle gemacht habe. Das ist Quatsch!" Hätte er "wegen des Geldes gespielt", so Mkhitaryan weiter, "wäre ich nach Russland oder woanders hin gegangen."

Mkhitaryan steht derzeit bei der AS Rom in Italien unter Vertrag, er blickt mit vielen positiven Erinnerungen zurück an seine Dortmunder Zeit. So lobte er BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke - "er hat einen großen Job für den BVB gemacht, der Klub war fast bankrott, jetzt gehört er zu den größten in Europa" - sowie seine damaligen Trainer in Dortmund, Jürgen Klopp und später Thomas Tuchel: "Tuchel achtet mehr auf Taktik. Klopp ist mehr ein Psychologe, er hilft dir mental und nimmt dich auch mal in den Arm. Beide sind sehr erfolgreich und sicherlich völlig zurecht die besten Trainer der Welt!"

"Die Gelbe Wand ist verrückt"

Der 32-Jährige verriet zudem, dass bei seinem Wechsel 2013 von Ukraine-Klub Schachtjor Donezk nach Dortmund ein spezieller Faktor entscheidend war: Dortmunds leidenschaftliche Fans. "Für mich war die Südtribüne auch ausschlaggebend. 2012 habe ich ja mit Donezk in der Champions League in Dortmund gespielt. Ich war nach diesem Spiel total angefixt und habe sofort zu Mino Raiola gesagt: Hier will ich auch mal eines Tages spielen!" Schon wenige Monate später war der Wechsel perfekt. "Es ist für jeden Spieler ein Traum, in Dortmund zu spielen. Die Gelbe Wand ist verrückt. Ich habe das Woche für Woche genossen", schwärmte Mkhitaryan, der es für Dortmund in 140 Pflichtspielen auf 90 Tor-Beteiligungen brachte. 

Es dürfte aber durch den skandalösen Wechsel 2016 für manchen BVB-Fan nun wie eine Drohung klingen, wenn Mkhitaryan, dessen Vertrag 2022 in Rom ausläuft, ankündigt: "Eines ist sicher: Ich werde irgendwann wieder nach Dortmund kommen, ich weiß nicht, ob als Spieler, aber auf jeden Fall als Zuschauer!"

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Daniel Michel  
14.11.2021