Erfolgscoach im Fokus

Mit der Eintracht? Hütters 26 Jahre Sehnsucht nach der Champions League

Lässt sich Adi Hütter tatsächlich die Champions League mit der Eintracht entgehen? Foto: Imago

Die gute Nachricht für die Fans von Eintracht Frankfurt: Auch am Wochenende gegen den VfL Wolfsburg wird Adi Hütter in der Bundesliga auf der Bank der Hessen sitzen. Zu seiner Zukunft wollte sich Hütter am Donnerstag nicht äußern, sehr wohl aber zum großen Traum als Trainer erstmals in der Champions League an der Seitenlinie zu stehen. Das könnte er in der kommenden Saison womöglich mit der Eintracht.

Die Fragen zu seiner Zukunft wurden erwartet und sie kamen. Bleibt Adi Hütter auch in der kommenden Saison Trainer von Eintracht Frankfurt? Der 51-Jährige verweigerte auf der Spieltagspressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15:30 Uhr) erneut ein weiteres Statement nach seiner "Ich bleibe!"-Aussage Ende Februar: "Ich werde mich nicht immer wiederholen. Ich habe auch keine Lust, dass ich mich jedes Mal hinstellen und etwas sagen muss. Ich will nicht sagen, dass es mich nervt. Dass es viele Menschen interessiert, ist logisch. Ich habe aber auch nicht immer wieder Lust, dass sich viele Menschen Gedanken machen und mir Ratschläge geben wollen, was ich tun soll. Das Wichtigste ist, dass wir intern Ruhe haben. Alles andere kann ich nicht beeinflussen. Mich interessiert das aktuell auch überhaupt nicht." Aus der Mannschaft habe ihn noch keiner zu seiner Zukunft befragt: "Die Fragen kommen alle von außen, die Unruhe auch." Spätestens der 2:1-Sieg bei Borussia Dortmund dürfte gezeigt haben, dass das Thema das Team der Eintracht nicht tangiert, die Zeichen stehen weiter auf Champions League.

Hütters "zusätzliche Motivation"

Lässt sich Hütter die wirklich in der kommenden Saison entgehen? fussball.news fragte beim Vorarlberger nach, der als Trainer noch nie in der Champions League gecoacht hat, bislang dreimal in der Qualifikation gescheitert ist, wie groß auch der persönliche Drang ist, nächstes Jahr mit der Eintracht in jenem Wettbewerb zu performen. Sein letztes Spiel in der Königsklasse ist über 26 Jahre her. Mit Salzburg setzte es am 7. Dezember 1994 eine 0:1-Niederlage gegen den AC Mailand. Seitdem wartet Hütter auf sein Comeback im Konzert der Großen. Ein Ziel, das er mit der Eintracht nun nah vor Augen hat und wie bei seiner letzten Trainerstation bei den Young Boys Bern könnte mit der für die Eintracht erstmaligen Qualifikation etwas Nachhaltiges entstehen: "Ich betone immer wieder ganz gerne, dass Young Boys Bern auch jetzt schon wieder mit über 20 Punkten Vorsprung Tabellenführer in der Schweiz ist und das vierte Mal hintereinander Meister wird. Da haben wir schon etwas Historisches hingelegt, das auch nachhaltig ist. Wenn jetzt auch bei Eintracht Frankfurt die Möglichkeit besteht, etwas zu erreichen, was noch nie erreicht wurde, dann können Sie sich vorstellen, welche zusätzliche Motivation das ist."

"Werden dem alles unterordnen" 

Das große Ziel Champions League ist also nicht nur eines der Eintracht, sondern auch ein sehr persönliches von Adi Hütter: "Als Spieler durfte ich schon mal in der Champions League-Gruppenphase teilnehmen, als Trainer haben wir es leider nicht geschafft mit Salzburg und Bern in den Play-Offs. Deswegen werden wir alles daran setzen, dieses Ziel mit Eintracht Frankfurt zu erreichen. Dem werden wir alles unterordnen." Kaum vorzustellen, dass Hütter sich am Ende selbst um dieses große Ziel bringen könnte, mit der Eintracht, womöglich gar vor Zuschauern, in der Königsklasse aufzulaufen. Es wäre nicht das erste Mal in seiner Karriere. Bei den Young Boys Bern tat er dies 2018, wechselte nach dem historischen Meistertitel statt die Champions League-Quali zu spielen (die Berner setzten sich gegen Zagreb durch und zogen in die Gruppenphase ein) zur Eintracht. Borussia Mönchengladbach, heiß gehandelter Interessent auf eine Sommerverpflichtung Hütters, wird bei derzeit elf Punkten Rückstand auf Platz vier in der kommenden Saison eher nicht Champions League spielen. Ein Wechsel zu den Rheinländern würde sportlich folglich kaum Sinn ergeben. Medienberichten zufolge besitzt Hütter in seinem bis 2023 laufenden Vertrag eine Ausstiegsklausel. Borussia Mönchengladbach müsste 7,5 Millionen Euro hinblättern, ein Champions League-Verein gar deren zehn. Gut möglich, dass die Borussia für ihren Wunschtrainer eine solche Ablöse zahlen würde, vor allem mit Blick darauf, dass der aktuelle Coach Marco Rose im Sommer für fünf Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechseln wird. Doch seinen Traum vom Champions League-Debüt als Trainer kann Hütter bei den Gladbachern - zumindest in dieser Saison - sehr wahrscheinlich nicht realisieren. Und für die Nachhaltigkeit des Eintracht-Erfolgs könnte er mit einem Verbleib am Main in der kommenden Saison höchstpersönlich sorgen.

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Benjamin Heinrich  
08.04.2021

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