Krösche & Eberl im Gespräch

Mit Klitschko & Co: Bundesliga-Sportbosse auf Leadership-Days

Tobias Haupt, Leiter der DFB-Akademie und Initiator der Leadership-Days. Im Hintergrund das Gruppenfoto aus Kitzbühel. Foto: Getty Images

Bundesliga-Sportbosse gemeinsam drei Tage in Kitzbühel? Und das ganz ohne Transferverhandlungen? Der DFB lud in der Länderspielpause zu den "Leadership-Days" ein. 18 Funktionäre traten den Weg an. fussball.news sprach mit Markus Krösche (Sportvorstand Eintracht Frankfurt) und Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach) über die besondere Zeit in den Bergen. 

"Austausch in den Alpen" betitelte der DFB die "Leadership-Days" 2021. Alle Sportbosse der 1. und 2. Bundesliga waren eingeladen nach Kitzbühel. 2019 war eine ähnliche Delegation aus Managern und Funktionären des DFB und der DFL bereits in San Francisco. "Mir macht so etwas unglaublichen Spaß", sagte Markus Krösche, seit dem Sommer Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, nun im Gespräch mit fussball.news und ergänzte: "Man hat dort die Möglichkeit, sich mit anderen Sportdirektoren auszutauschen, ohne ein Businessthema zu haben. Da werden dann auch mal abends bei einem Glas Wein Geschichten ausgetauscht." Zwischenzeitlich waren auch Bundestrainer Hansi Flick und Oliver Bierhoff (Direktor Nationalmannschaften und Akademie) dabei. 

Boxen mit Klitschko 

Inspiration und Input gab es unter der Leitung von Tobias Haupt (Leiter DFB-Akademie) in diesem Jahr unter anderem von Ex-Box-Weltmeister Wladimir Klitschko mit einem Impulsvortrag samt Leadership-Workshop, der auch eine Boxeinheit beinhaltete. Aber auch Prof. Dr. Herbert Henzler, Experte für Strategie- und Organisationsbetreuung, und der ehemalige Regierungssprecher Ulrich Wilhelm gingen mit den Funktionären in den Austausch. Mit Henzler stand sogar eine Hüttenwanderung auf dem Programm. "Man bekommt dadurch auch andere Perspektiven, wie die Dinge in der Wirtschaft gehandhabt werden, wie dort Entscheidungen getroffen werden. Das ist immer super interessant", fand Krösche. 

Kennenlernen abseits von Verhandlungen

Hinzu kam aber auch die persönliche Bindung zu den Kollegen aus der Bundesliga, die im Alltag auch Konkurrenten sind. "Eine großartige Veranstaltung mit tollen Rednern und tollem Input. Man nimmt die Kollegen mal anders wahr, lernt sie anders kennen als in Verhandlungen, als beim Feilschen um Spieler oder Zahlen", sagte Max Eberl, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, zu fussball.news. Und auch Krösche empfand das Ambiente als sehr angenehm und betonte: "Wir haben im Großen und Ganzen unter uns Sportdirektoren und Sportvorständen ein sehr, sehr gutes Verhältnis und grundsätzlich einen sehr guten Austausch. Da gibt es eine große Solidarität." 

Mit Preetz - ohne Bobic und Salihamidzic 

18 Sportdirektoren und Sportvorstände aus der 1. und 2. Bundesliga fanden den Weg ins österreichische Kitzbühel. Darunter mit Michael Preetz (ehemals Hertha BSC) und Benjamin Schmedes (VfL Osnabrück) auch zwei, die derzeit keinen Job im Profifußball haben. Mit Eberl, Sebastian Kehl (Borussia Dortmund) und Simon Rolfes (Bayer Leverkusen) waren auch Topklubs der Bundesliga vertreten. Von Hertha BSC war in Abwesenheit von Sportboss Fredi Bobic (weilte in Amerika) dessen Technischer Direktor Sebastian Zelichowski zu Gast. Der FC Bayern München sagte in Person von Sportchef Hasan Salihamidzic kurzfristig ab - die Coronafälle im Klub nahmen zu der Zeit bereits überhand. Auch ohne den Bayern-Boss war es für Krösche und Eberl aber eine gelungene Veranstaltung. 

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Benjamin Heinrich  
28.11.2021