VfB als Ausbilder für Topklubs?

Mislintat: "Dann haben wir einen guten Job gemacht"

Mislintat ist seit rund eineinhalb Jahren beim VfB. Foto: Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images
Mislintat ist seit rund eineinhalb Jahren beim VfB. Foto: Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

Der VfB Stuttgart stellt in der neuen Bundesliga-Saison den jüngsten Kader der Bundesliga. Er ist gespickt mit spannenden Talenten, die sich auf dem höchsten Niveau noch die Hörner abstoßen müssen. Dass diese Kicker die Schwaben wohl als Sprungbrett sehen, ficht Sven Mislintat nicht an.

"Wenn der FC Bayern oder Borussia Dortmund künftig Spieler von uns verpflichten, dann haben wir einen guten Job gemacht. Einen noch besseren, wenn direkt Topteams aus dem Ausland kämen", so der Sportdirektor gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Der VfB sei, wie der Großteil der Konkurrenz in der Bundesliga, realistisch betrachtet eine Art Ausbildungsverein. In der eigenen Entwicklung sei es dabei wichtig, so Mislintat, gegenüber den nicht zu weit enteilten Konkurrenten "eine Konkurrenzfähigkeit zu erarbeiten".

"Über Erfolgshunger und Zusammenhalt definieren"

Ziel müsse es sein, dass "unsere Spieler nicht so einfach wie heute zusätzlich von den Teams, die in der Bundesliga um Platz drei bis neun spielen, attackiert werden können", so Mislintat. Die talentierten Jungprofis sollen den VfB Stuttgart also nach Möglichkeit nur in den absoluten Spitzenbereich verlassen. Auf dem Weg dahin soll der Klub von ihrer Entwicklung profitieren. "Wir wollen eine Mannschaft und mit uns Verantwortlichen eine Gruppe sein, die sich über ihren Erfolgshunger und ihren Zusammenhalt definiert", formuliert Mislintat.

"Mit Haut und Haaren beim VfB"

Seine eigene Zukunft ist dabei zuletzt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Am Saisonende läuft der Vertrag des Sportdirektors aus, Vorstandschef Thomas Hitzlsperger kündigte jüngst Gespräche über eine Verlängerung an. "Ich bin mit Haut und Haaren beim VfB. Natürlich kann ich mir eine weitere Zusammenarbeit vorstellen", sagt Mislintat. Der 47-Jährige widerspricht dabei Gerüchten, er mache sein Einverständnis von einer Beförderung in den Vorstand von Stuttgart abhängig. Es gehe "überhaupt nicht" darum, dass er künftig als Sportvorstand firmieren will, sagt der einstige Chefscout von Borussia Dortmund.

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Lars Pollmann  
17.10.2020