Diskussion über TV-Gelder

Mintzlaff warnt: "Die Attraktivität der Liga würde dramatisch sinken"

Mintzlaff malt ein Schreckensszenario. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images
Mintzlaff malt ein Schreckensszenario. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der Nährboden für Grundsatzdiskussionen in der Bundesliga ist seit Monaten gelegt. Die Coronakrise zeigte die Tücken des Wirtschaftsmodells Profifußball auf, die achte Meisterschaft des FC Bayern am Stück tat ihr Übriges. Einmal mehr geht es auch um die Verteilung von TV-Geldern. Oliver Mintzlaff meldet sich mit einer eindringlichen Warnung.

Zuletzt häuften sich die Stimmen von Vertretern kleinerer Klubs, die eine Umverteilung zuungunsten der Top-Klubs fordern, um mehr Spannung zu erzeugen. "Wenn wir jetzt solch ein Modell verfolgen sollten, dann ist es doch logisch, dass wir am Ende international keine Erfolge mehr einfahren", sagt der Vorstandsvorsitzende von RB Leipzig gegenüber Sport Bild. Der 44-Jährige ist sicher, dass die Bundesliga nach und nach in der Fünfjahreswertung absinken und so Startplätze in der Champions League verlieren würde. "Stars werden abwandern, dann sinkt auch das nationale Interesse", so Mintzlaff.

Gedanken an die übernächste TV-Runde

Es sei deshalb ein Trugschluss, auf eine Verbesserung der Situation innerhalb der Bundesliga zu hoffen. Stattdessen seien auch kleine Klubs in negativer Weise betroffen, wenn das Interesse an den Spitzenvereinen abnimmt. "Wir müssten uns alle darauf einstellen, dass die übernächste TV-Rechteperiode finanziell deutlich schlechter ausfallen wird, weil die Attraktivität der Liga dramatisch sinken würde", so Mintzlaff. Grundsätzlich sei legitim, wenn sich jeder Beteiligter in der Bundesliga Gedanken mache. 

"Exzellente Arbeit" statt Fokus aufs Geld

"Aber wir müssen alle gemeinsam eine ganzheitliche, faire und konstruktive Diskussion führen und dürfen uns nicht nur Dinge rauspicken, die für den Moment vorteilhaft für den eigenen Klub sind." Der Gruß geht an die Adressen von Thomas Röttgermann (Fortuna Düsseldorf) und Jan Lehmann (Mainz 05). Grundsätzlich ärgere Mintzlaff, dass Erfolg der Top-Klubs stets nur auf einen monetären Vorteil herunter gebrochen wird. Beim FC Bayern etwa werde schlichtweg herausragend gearbeitet. "Wenn in dem einen oder anderen Klub auch exzellent gearbeitet worden wäre, hätte man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln vielleicht auch weiter oben mitspielen können oder wäre zumindest nicht in der Situation, in der man sich jetzt befindet", ätzt Mintzlaff.

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Lars Pollmann  
05.08.2020