Trainerwechsel im Dezember

Mintzlaff: "Es war ein Fehler, Marsch zu verpflichten"

Oliver Mintzlaff (Foto) blickt selbstkritisch auf die Hinrunde von RB Leipzig zurück. Foto: Getty Images.
Oliver Mintzlaff (Foto) blickt selbstkritisch auf die Hinrunde von RB Leipzig zurück. Foto: Getty Images.

Mit Jesse Marsch wollte RB Leipzig zum ursprünglichen Pressingfußball zurückkehren, doch der Nachfolger von Julian Nagelsmann wurde nach 20 Pflichtspielen entlassen. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff räumte diesbezüglich einen Fehler bei der Trainerwahl ein.

Nachdem sich Julian Nagelsmann im April vergangenen Jahres für den Wechsel von RB Leipzig zum FC Bayern entschieden hatte, bedienten sich die Sachsen ein weiteres Mal beim ehemaligen Schwestern-Klub Red Bull Salzburg. Vom österreichischen Serienmeister wechselte Jesse Marsch an den Cottaweg. Die Spielweise des US-Amerikaners, der auf ein intensives Pressing setzt, war allerdings nicht kompatibel mit dem Kader, der unter Nagelsmann zu einer ballorientierten Philosophie gefunden hat. Insgesamt verlor RB unter Marsch 9 von 20 Spielen, nach der 1:2-Niederlage gegen Union Berlin am 14. Spieltag musste der Übungsleiter seinen Hut nehmen.

Mintzlaff: "Dieser Schritt ist uns nicht geglückt"

Im Interview mit dem Sportbuzzer blickt Oliver Mintzlaff selbstkritisch auf die Verpflichtung Marschs zurück: "Jesse Marsch ist ein großartiger Mensch und richtig guter Trainer, der auch in Zukunft sehr erfolgreich arbeiten wird. Aber mit dem Wissen von heute war es ein Fehler, ihn zu verpflichten." Man habe den 48-Jährigen "bewusst" und "mit voller Überzeugung" unter Vertrag genommen, "weil wir ein Stück zurück zur RB-DNA wollten. Dieser Schritt ist uns nicht geglückt", resümierte Mintzlaff.

Lob für Tedesco: "Macht Mannschaften klar besser"

Doch in der Kaderplanung seien ebenfalls Fehler begangen worden: "Auch wenn der Trainer in jede Kaderentscheidung eingebunden war, können wir festhalten, dass wir für Jesses Spielstil beispielsweise Hee-chan Hwang eher hätten behalten müssen", so der Geschäftsführer. Nun will RB unter Domenico Tedesco die Hinrunde vergessen machen und wieder angreifen. Von Mintzlaff erhält der Ex-Coach des FC Schalke 04 ein großes Lob: "Er ist intelligent, fleißig, ein Menschenfänger und hat ein klares Verständnis einer Spielidee. Domenico hat auf seinen bisherigen Stationen gezeigt, dass er Mannschaften klar besser macht." Das gilt es nun auch in Leipzig unter Beweis zu stellen. 

Florian Bajus  
06.01.2022