Neuzugang kennt seine Qualitäten

Meunier: "Kein super-talentierter Spieler" - aber ein guter "großer Bruder"?

Meunier im Duell mit Jadon Sancho und Mateu Morey. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images
Meunier im Duell mit Jadon Sancho und Mateu Morey. Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Thomas Meunier hat sich am Donnerstag in einer Medienrunde bei Borussia Dortmund vorgestellt. Der Neuzugang von Paris Saint-Germain zeigte dabei eine Qualität, für die er berühmt und berüchtigt ist: Absolute Ehrlichkeit.

Zum Beispiel gab der 28-Jährige zum besten, dass es für die Mannschaft nicht gut sei, wenn er als rechter Innenverteidiger in einer Dreierkette auflaufen müsste. "Ich möchte immer nach vorne gehen, da wäre eine Lücke in der Abwehr und das wäre ein Problem. Andere müssten immer für mich absichern", erklärt Meunier durchaus schlüssig. Allerdings würde der Nationalspieler auch diese Aufgabe angehen, wenn sie Lucien Favre ihm mit auf den Weg gäbe. "Ich beschwere mich nie. Selbst wenn mir etwas nicht gefällt, mache ich es einfach. Das ist Teil des Jobs. Ich gebe nie auf und finde es wichtig, diese Arbeiter-Mentalität zu haben."

"Kein super-talentierter Spieler"

Sie hat Meunier schon sehr gute Dienste erwiesen. Ohne die richtige Einstellung, schätzt der Belgier sich selbst ein, hätte er es nie soweit gebracht. "Ich bin kein super-talentierter Spieler. Dass ich es als professioneller Fußballer geschafft habe, liegt auch daran, dass ich hart gearbeitet habe, schon mit 18 Jahren." Längst ausgiebig erzählt ist der Werdegang von Meunier, der in diesem Alter noch Nebenjobs ausüben musste, um sich den Traum vom Fußballprofi aufrecht zu erhalten.

"Erfahrener Spieler, ich mag dieses Wort"

Es ist eine ganz andere Vita als die, die ein Großteil seiner Kollegen aufweist. Talente in den Nachwuchsleistungszentren der Bundesliga wissen heute oft sehr früh gut darüber bescheid, ob es für sie zum Bundesliga-Profi reichen wird oder nicht. Meunier stellt nicht nur einen Gegenentwurf dar, sondern will die neuen Mitspieler auch an seinem Erfahrungsschatz teilhaben lassen. "Ich bin ein erfahrener Spieler, ich mag dieses Wort. Denn ich war in verschiedenen Klubs und habe verschiedene Arbeitsweisen kennengelernt."

"Gern in der Rolle des großen Bruders"

Beim BVB sieht sich der Rechtsverteidiger, der zu den älteren Profis gehört, "gerne in der Rolle eines großen Bruders". Dem Aufgebot gehören viele Spieler an, die deutlich jünger sind, am Anfang ihrer Karrieren stehen. Meunier versteht es als Teil seiner Aufgabe als arriviertere Kraft, sich um diese Spieler zu sorgen. "Wenn wir die in unsere Mitte nehmen, können sie sich sehr gut entwickeln." Ein Beispiel, das beim BVB in diesem Sommer für Furore sorgen dürfte, hat er auch parat. "Youssoufa Moukoko, das ist ein sehr guter Spieler, das sieht man sofort."

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Lars Pollmann  
06.08.2020