"Einer der besten Trainer zurzeit"

Mertesacker von Flicks Entwicklung "schon ein wenig überrascht"

Flick steht zwei Siege vor dem größtmöglichen Triumph. Foto: Manu Fernandez/Pool via Getty Images
Flick steht zwei Siege vor dem größtmöglichen Triumph. Foto: Manu Fernandez/Pool via Getty Images

Der FC Bayern steht womöglich nur 180 Minuten von der Vollendung einer Triple-Saison entfernt. Darauf hätten vor der Amtsübernahme von Hansi Flick als Chefcoach im Herbst die wenigsten auch nur einen Pfifferling gesetzt. Per Mertesacker kennt den einstigen Assistenztrainer der Nationalmannschaft gut.

Der langjährige DFB-Internationale hatte Flick dabei wohl nicht zugetraut, den Rekordmeister in so kurzer Zeit zur wohl besten Mannschaft des Weltfußballs gedeihen zu lassen. "Mich überrascht das schon ein wenig", so Mertesacker gegenüber der Süddeutschen Zeitung. "Unfassbar, wie er sich entwickelt hat und jetzt einer der besten Trainer zurzeit ist." In Sachen Menschenführung sei Flick freilich schon bei der Nationalmannschaft stets positiv aufgefallen. "Hansi hat dieses Umfeld aufgebaut, in dem sich alle zugehörig gefühlt haben", lobt der TV-Experte.

Optimale Vorbereitung für unverhoffte Rolle

"Die Frage ist immer: Wie kann man zwischen den Spielen ein Training generieren, in dem jeder das Gefühl hat, die Entscheidung, wer spielt, ist noch nicht getroffen", führt Mertesacker aus. Flick und Bundestrainer Joachim Löw sei dies sehr gut gelungen, gerade beim erfolgreichen WM-Turnier in Brasilien 2014. Mertesacker glaubt außerdem, für Flick sei die Zeit als Sportdirektor des DFB sehr hilfreich gewesen. Damit sei er optimal für die letztlich aber unverhoffte Rolle beim Rekordmeister vorbereitet gewesen.

"Können sich nur selber schlagen"

Heuer beeindruckt Mertesacker nicht zuletzt, wie der Coach beim FC Bayern auftritt. "Mit den Entscheidungen, die er trifft, hat er bestimmt 80 Prozent der Mannschaft an Bord. Du wirst nie alle kriegen, wirst immer enttäuschte Spieler haben, aber so werden die 20 Prozent mitgezogen." Wenig verwunderlich also, dass der frühere Innenverteidiger die Münchner klar als Favoriten für Halbfinale und Endspiel sieht. "Gefühlt können sie sich nur selber schlagen", sagt Mertesacker.

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Lars Pollmann  
19.08.2020