EURO-Aufreger

Merk: "Dänemark hätte ein Challenge-Recht verdient gehabt"

Makkelie ließ sich vom dänischen Protest nicht beeindrucken. Foto: Imago
Makkelie ließ sich vom dänischen Protest nicht beeindrucken. Foto: Imago

Das dänische Fußballmärchen bei der EURO hat im Halbfinale wegen eines strittigen Strafstoßpfiffs zugunsten von England ein Ende gefunden. Der ganze Kontinent, mit Ausnahme der Anhänger der Three Lions, versteht sich, scheint einer Meinung: Raheem Sterling suchte den Kontakt und ging zu leicht zu Boden. Auch Markus Merk ist dieser Auffassung.

"Natürlich kein Elfmeter", sondern "eine Fehlentscheidung" durch den niederländischen Referee Danny Makkelie, so beschreibt der langjährige Bundesliga- und Fifa-Unparteiische die Szene gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Dabei sei auch unerheblich, dass in einer vielfachen Verlangsamung zu erkennen ist, dass tatsächlich ein leichter Kontakt zwischen den Knien von Sterling und Dänemark-Verteidiger Joakim Maehle bestand. "Im Strafraum kann es nie kontaktlos zugehen", betont Merk.

"Da plädiere ich schon seit Jahren für"

Für den 59-Jährigen ist die Situation ein Paradebeispiel für eine Schwäche des aktuellen Systems Videobeweis. "Ich plädiere schon seit Jahren dafür, eine Art 'Challenge' einzuführen, wie man sie aus anderen Sportarten kennt, und wie sie auch gut funktioniert. Hier hätten die Dänen ein Challenge-Recht verdient gehabt", erklärt Merk. Dabei hätte die benachteiligte Mannschaft von Kasper Hjulmand nach seiner Vorstellung für eine Überprüfung der Videobilder durch Makkelie sorgen können. Ob dies freilich zur Veränderung der Entscheidung geführt hätte, darüber lässt sich nur spekulieren.

Es gleicht sich nicht "immer alles irgendwie aus"

Für Merk steht jedoch außer Frage, dass Dänemark eine Ungerechtigkeit erfahren hat. "Man sagt ja immer gern, dass sich in einer Saison immer alles irgendwie ausgleicht. Aber das greift hier ganz sicher nicht", so das Aufsichtsratsmitglied des 1.FC Kaiserslautern. Grundsätzlich sei ihm die Nutzung des Videobeweises bei der EURO eigentlich positiv aufgefallen. Nun aber steht das Thema ausgerechnet vor dem Endspiel voll im Fokus. 

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Lars Pollmann  
08.07.2021