Wie fest steht der Entschluss?

Medien: Bartomeu bietet Rücktritt an - Wenn Messi bleibt

Bartomeu bietet seinen vorzeitigen Rückzug an. Foto: LLUIS GENE/AFP via Getty Images
Bartomeu bietet seinen vorzeitigen Rückzug an. Foto: LLUIS GENE/AFP via Getty Images

Der Wechselwunsch von Lionel Messi hat den FC Barcelona in seinen Grundfesten erschüttert. Seit Tagen dreht sich die ganze Fußballwelt um dieses Thema. So mancher Kommentator wittert eine Art Machtprobe hinter dem Gebaren des Argentiniers. Josep Bartomeu lässt es nun wohl darauf ankommen.

Der Präsident ist beim eigenen Anhang durch die Angelegenheit in Ungnade gefallen und muss sich von allen Seiten Angriffen auf seinen Posten zur Wehr setzen. Für Bartomeu geht es auch um sein Vermächtnis. 2021 endet seine Amtszeit, der Unternehmer wird sich dem Vernehmen nach nicht zur Wiederwahl stellen. Er will nicht als derjenige in die Geschichte eingehen, der in Lionel Messi den womöglich besten Spieler aller Zeiten verjagt hat. Wie spanische Medien, darunter die Sportzeitung Marca, nun berichten, bietet Bartomeu seinen eigenen Abschied an.

Messi mag seinen Ruf als 'heimlicher Diktator' nicht

Wenn Messi öffentlich bekannt gibt, bei Barca zu bleiben, werde Bartomeu seinen Posten unmittelbar zur Verfügung stellen, heißt es in den Berichten. Damit spielt er den Ball in die Hälfte des sechsfachen Weltfußballers. Dem ist es seit Jahren ein Dorn im Auge, dass er als 'heimlicher Diktator' des katalanischen Traditionsklubs gilt. Diesen Status würde er nun ganz öffentlich zur Schau stellen, wenn er mit seinem Verbleib den Präsidenten de facto seines Amtes entheben würde. Bartomeu baut dabei darauf, dass sämtliche Verträge und Vereinbarungen zwischen Barca und Messi wasserdicht sind.

Kampf um die Deutungshoheit

Per Ausstiegsklausel in Höhe von 700 Millionen Euro wird der 33-Jährige sicher nicht wechseln. Dass sein Verbleib durch den vermutlich über Mittelsmänner an die Familie Messi herangetragenen Vorstoß wahrscheinlicher geworden ist, darf aber auch bezweifelt werden. Vor allem handelt es sich um das Duell um die Deutungshoheit. Wie so vieles beim FC Barcelona ist die Angelegenheit vor allem eine politische Auseinandersetzung von Alphatieren.

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Lars Pollmann  
27.08.2020