Der nächste Meilenstein?

Matthäus: "Eintracht könnte dafür sorgen, dass Bayern nicht Meister wird"

Lothar Matthäus handelt Eintracht Frankfurt als Meisterschaftskandidat. Foto: Getty Images.
Lothar Matthäus handelt Eintracht Frankfurt als Meisterschaftskandidat. Foto: Getty Images.

Mit dem Gewinn des DFB-Pokals und der Europa League hat Eintracht Frankfurt zwei Meilensteine in der jüngeren Vereinsgeschichte erreicht. Lothar Matthäus traut den Hessen auch die Meisterschaft zu.

Seit der Saison 2012/13 kennt die Bundesliga keinen anderen Meister als den FC Bayern. Im vergangenen Mai feierten die Münchner den zehnten Titelgewinn in Serie und auch in diesem Jahr geht die Schale nur über den Rekordmeister. Vor dem 17. Spieltag führt Bayern die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung auf das Verfolger-Trio Eintracht Frankfurt, Union Berlin und SC Freiburg an, Julian Nagelsmann und die Seinen befinden sich damit in einer komfortablen Situation.

Matthäus traut Eintracht Frankfurt die Meisterschaft zu

In den vergangenen Jahren galt Borussia Dortmund als größter Bayern-Jäger, waren es doch die Westfalen, denen 2011 und 2012 als letzter Bundesligist vor dem Münchner Meister-Abo die Schale überreicht wurde. Der BVB belegt jedoch mit 28 Punkten Platz sechs und kümmert sich zuvorderst um die Champions-League-Qualifikation. Lothar Matthäus traut daher Eintracht Frankfurt am ehesten zu, den Branchenprimus vom Thron zu stoßen. In seiner Kolumne für Sky Sport schreibt der TV-Experte: "Selbstverständlich könnte es die Eintracht sein, die nach einer gefühlten Ewigkeit dafür sorgt, dass nicht wieder Bayern Meister wird."

SGE-Historie "ein Märchen"

Die Entwicklung der Eintracht seit der Saison 2016/17 spreche für sich, so Matthäus: "Pokal-Finale verloren, im nächsten Jahr den Pott geholt. Europa-League im Halbfinale im Elfer-Schießen verloren, drei Jahre später den Wettbewerb gewonnen. Jetzt auf Platz zwei hinter Bayern und im Achtelfinale der Champions League. Das ist ein Märchen, aber ein wahres." Zudem haben die Hessen genau wie der BVB und auch RB Leipzig "die Power, Spieler, Fans und Voraussetzungen", um Bayern zu stoppen, ergänzt der Ex-Profi.

"34 Partien auf dem besten Niveau" gefordert

Allerdings bedürfe es einer wahren Meisterleistung, um Deutscher Meister zu werden: "Sie müssten über eine ganze Saison stabil und ohne jede Schwankung durchspielen. Es muss keine perfekte Saison sein, aber eine, bei der man nicht wie Dortmund in den letzten Minuten drei Tore von Bremen kassiert, drei Heimspiele in Serie nicht gewinnt, die direkten Duelle mit Bayern ständig verliert." Wer die Schale will, dürfe sich "keine Fehler, keine Stolperer, keine Aufs und Abs" leisten, sondern "34 Partien auf dem besten Niveau absolvieren." Eine Aufgabe, die nahezu unmöglich erscheint, wie auch diese Saison wieder einmal gezeigt hat. Doch eines Tages, denkt sich der neutrale Fußball-Fan, muss es doch auch wieder einen anderen Meister geben.

Florian Bajus  
23.01.2023