Wegen weniger Länderspielpausen

Matthäus spricht sich für Zwei-Jahres-WM aus: "Es hätte Vorteile"

Lothar Matthäus ist dafür, eine WM alle zwei Jahre austragen zu lassen. Foto: Imago.
Lothar Matthäus ist dafür, eine WM alle zwei Jahre austragen zu lassen. Foto: Imago.

In der Debatte um eine Verkürzung des WM-Rhythmus hat sich Lothar Matthäus dafür ausgesprochen, die Weltmeisterschaft künftig alle zwei Jahre austragen zu lassen. Als Hauptgrund für seinen Zuspruch nannte der TV-Experte die damit einhergehenden Veränderungen im Rahmenkalender.

Sollte künftig alle zwei Jahre eine Weltmeisterschaft stattfinden, könnte auch der Rhythmus von Kontinentalwettbewerben wie die Europameisterschaft oder Copa America verschoben werden. Da ein jährliches Sommerturnier eine noch höhere Belastung für die Spieler bedeuten würde, plant die FIFA, den Rahmenkalender grundlegend zu verändern und künftig ein sehr langes oder zwei längere Zeitfenster für Länderspielpausen zu planen, damit zwischen den Abstellperioden für die Nationalmannschaften genügend Zeit für die Klubwettbewerbe und Urlaub bleibt (fussball.news berichtete).

Matthäus: "Man hätte es kompakter"

Kompaktere Länderspielpausen sind für Lothar Matthäus einer der Hauptgründe, die für eine Zwei-Jahres-WM sprechen: "Wir beschweren uns immer über die Strapazen der Spieler, aber man hätte es kompakter. Man hätte die ganzen Qualifikationsspiele in einen Monat gepackt", sagte der Weltfußballer von 1990 vor dem Top-Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern bei Sky. Matthäus ergänzte: "Die Klub- und Nationaltrainer könnten anders mit ihren Mannschaften trainieren, weil man sie kompakter hat und es nicht immer scheibchenweise zehn, vierzehn Tage Abstände gibt. Die Südamerikaner haben lange Flugreisen - das wäre mit einem Aufwasch im Jahr erledigt."

"Der Wert einer Weltmeisterschaft wäre nicht mehr der gleiche"

Andererseits räumte Matthäus den drohenden Prestigeverlust der Weltmeisterschaft ein, wenn das Turnier in Zukunft alle zwei Jahre und nicht wie bisher alle vier Jahre ausgetragen werden sollte: "Es hätte Vorteile. Aber natürlich, der Wert einer Weltmeisterschaft wäre nicht mehr der gleiche, wenn du doppelt so viele Weltmeisterschaften hast." 

Mintzlaff: "Wir halten nichts davon, die Kommerzialisierung immer weiter anzuschieben"

Für RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff wäre eine Zwei-Jahres-WM hingegen ein No-Go: "Wir sind überhaupt kein Fan von davon. Wir haben die Diskussion, dass wir zu viele Spiele, zu viele Wettbewerbe und die Spieler zu wenige Pausen haben. Das Verletzungsrisiko steigt immens", sagte Mintzlaff und betonte: "Wir haben in diesem Sommer eine tolle Europameisterschaft erlebt. Wir halten gar nichts davon, die Kommerzialisierung immer weiter anzuschieben. Ich gehe davon aus, dass die Pläne hoffentlich nicht Wirklichkeit werden."

Florian Bajus  
11.09.2021