Trotz Sieglos-Serie

Matthäus: "Nagelsmann ist weiterhin der richtige Trainer für Bayern"

Julian Nagelsmann gerät beim FC Bayern in den Fokus. Foto: Getty Images.
Julian Nagelsmann gerät beim FC Bayern in den Fokus. Foto: Getty Images.

Dass der FC Bayern keines der letzten vier Bundesligaspiele gewonnen hat, liegt laut Lothar Matthäus nicht an Julian Nagelsmann. Der 35-Jährige sei noch immer der richtige Cheftrainer für den deutschen Rekordmeister, so der TV-Experte.

Aufgrund der aktuellen Misere in der Bundesliga gerät Julian Nagelsmann in der Berichterstattung über den FC Bayern unter Druck, denn in dieser noch jungen Saison erinnern die vergangenen Resultate an schwächere Zeiten: So sammelten die Münchner letztmals in der Saison 2010/11 an den ersten sieben Spieltagen maximal zwölf Punkte, zudem ist der Branchenprimus erstmals seit dem Kalenderjahr 2001 vier Spiele am Stück sieglos. 

Matthäus sieht Bayern-Stars in der Schuld

Das große Manko: Die Mannschaft stößt in aller Regelmäßigkeit ins letzte Drittel vor, die Präzision in den letzten beiden Pässen lässt aber ebenso zu wünschen übrig wie die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. "Wir spielen es sehr laissez-faire im letzten Drittel, wir spielen sehr, sehr schlampig", kritisierte Nagelsmann die Seinen nach der 0:1-Niederlage beim FC Augsburg deutlich (fussball.news berichtete). Auch Lothar Matthäus vertritt in seiner Kolumne für Sky Sport die Ansicht, dass die Leistung der Mannschaft und nicht der Trainer für den Negativlauf verantwortlich ist: "Julian Nagelsmann ist weiterhin der richtige Trainer für den FC Bayern München. [...] Ich glaube nicht, dass er die Kabine verloren hat, dass die Mannschaft gar gegen ihn spielt oder ihn loswerden will. Ich glaube eher, dass aktuell wieder ein wenig fahrlässig mit den Chancen und der Leistung umgegangen wird."

Matthäus glaubt, "dass Nagelsmann das Ruder herumreißen wird"

Derzeit erlebe Nagelsmann "mit Sicherheit die schwierigste Phase in der noch jungen Karriere", schreibt Matthäus, "und trotzdem glaube ich, dass er das Ruder herumreißen und die richtigen Schlüsse ziehen wird". Er sei weder der Überzeugung, "dass Julian Nagelsmann wackelt, noch dass man sich beispielsweise mit Thomas Tuchel auseinandersetzt", betonte Matthäus, der diesen Schritt als "Schuldeingeständnis" der Bayern-Bosse erachten würde: "Man hat Nagelsmann nicht umsonst einen Fünfjahresvertrag gegeben und viel Geld für ihn bezahlt. Das ist die längste Vertragslaufzeit, die je ein Trainer in München erhalten hat und deshalb werden alle miteinander versuchen, aus dieser Situation wieder herauszukommen." Dennoch lastet nach der Länderspielpause ein großer Druck auf den Coach - und auf der Mannschaft, die gegen Bayer Leverkusen (30. September) zum Siegen verdammt ist

Florian Bajus  
19.09.2022