Katastrophaler Saisonstart

Matthäus: "Einfach traurig, was aus Schalke geworden ist"

Für David Wagner ist nach 18 sieglosen Spielen Schluss auf Schalke.
Für David Wagner ist nach 18 sieglosen Spielen Schluss auf Schalke. Foto: Getty

Nach 18 Pflichtspielen ohne Sieg entlässt Schalke 04 Trainer David Wagner. Für Experte Lothar Matthäus die richtige Entscheidung, denn der langjährige Nationalspieler kritisierte den schwachen Auftritt in der Bundesliga gegen Werder Bremen (1:3) bereits unmittelbar nach Abpfiff.

"Sie können es besser, wenn sie als Mannschaft auftreten. Aber viele Spieler spielen nicht auf ihren Positionen und gehen nicht an ihre Leistungsgrenze, dazu kommt taktisches Fehlverhalten. Es ist einfach traurig, was aus Schalke geworden ist", teilte Lothar Matthäus am Samstagabend bei Sky mit.

14 Stunden nach der Pleite gegen Werder Bremen gab Schalke 04 die Beurlaubung von Trainer David Wagner bekannt. Matthäus deutete diese notwendige Entscheidung bereits an: "Ich glaube, das war das letzte Spiel für David Wagner, weil die Ergebnisse nicht stimmen und weil die Mannschaft die Spiele kampflos abgibt."

Matthäus: Keine klare Hierarchie bei Schalke

Der Weltmeister von 1990 könne bei den Königsblauen "die klare Hierarchie" nicht erkennen und sehe zudem "keinen Führungsspieler zurzeit, weil auch sehr viele Spieler enteiert wurden durch dieses Ausleihen in der letzten Saison. Ein Rudy, ehemaliger Nationalspieler, wird dann abgegeben an Hoffenheim. Bentaleb, ein Riesenspieler in meinem Augen, wird ausgeliehen nach England. Wie sollen die Sicherheit bekommen, dann auch eine Mannschaft in schwierigen Momenten zu führen?", so Matthäus.

Wagner hat "Positionen mit Spielern besetzt, die dort nicht hingehören"

Für die Gelsenkirchener sollte es in der neuen Bundesliga-Saison wieder besser laufen. Mit dem 0:8 beim FC Bayern und dem 1:3 gegen Bremen ging der Schuss aber nach hinten los. Den Kader von S04 erachtet Matthäus, wie er befand, für "nicht gut und nicht zeitgemäß zusammengestellt". Die Hauptprobleme sah der 59-Jährige allerdings in Wagners taktischen Ausrichtungen: "Er lässt Spieler auf einer Position spielen, auf der sie nicht ausgebildet wurden. Zum Beispiel Rudy als rechten Verteidiger, wo man eigentlich einen schnellen Spieler braucht." Das werfe er dem nun entlassenen Schalke-Trainer "am meisten vor, dass man Positionen mit Spielern besetzt, die dort für meine Begriffe nicht hingehören."

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Adrian Kuehnel  
27.09.2020