Appell an Spieler

Matthäus: "Bayern darf nicht die Wohlfühloase sein"

Lothar Matthäus hat sich zum Negativtrend des FC Bayern geäußert. Foto: Getty Images.
Lothar Matthäus hat sich zum Negativtrend des FC Bayern geäußert. Foto: Getty Images.

Lothar Matthäus sieht die Spieler des FC Bayern in der Pflicht, sich keine Nachlässigkeit mehr zu erlauben. Allen voran die Akteure, die meist auf der Bank beginnen, seien gefordert, den Konkurrenzkampf weiter anzuheizen.

In der vergangenen Woche wurde über vermeintliche Unzufriedenheiten beim FC Bayern ob der Einsatzzeiten einzelner Spieler spekuliert, doch davon ist nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Augsburg keine Spur mehr. Stattdessen steht nach dem vierten sieglosen Bundesligaspiel die Frage im Raum, woran es derzeit in der Mannschaft hakt: An der Chancenverwertung? An der Einstellung? Oder doch am Trainer?

Matthäus: Nagelsmann muss Mannschaftskern formen

In seiner Kolumne für Sky Sport machte Lothar Matthäus deutlich, dass Julian Nagelsmann in seinen Augen weiterhin der richtige Coach für den deutschen Rekordmeister ist. Allerdings liege es nun am 35-Jährigen, innerhalb des großen Kaders die Spieler auszuwählen, die die geforderte Haltung an den Tag legen: "Nagelsmann muss sich jetzt ganz genau überlegen, wer bisher in jedem Spiel an seine Grenzen gegangen ist und wer immer nur 30, 40, 50 Minuten das wahre Gesicht eines Bayern-Spielers gezeigt hat."

"Die Enttäuschten dürfen sich jetzt nicht hängen lassen"

Womöglich müsse der Mannschaftskern auf 13 bis 14 Spieler reduziert werden, schrieb Matthäus. Infolgedessen seien die Reservisten dennoch gefordert, Druck auf die Stammspieler zu machen: "Natürlich wird es unzufriedene Spieler auf der Bank geben, die von ihrem Selbstverständnis immer spielen müssen, fette Gehälter bekommen und nun enttäuscht sind, dass sie nicht in jedem Spiel von Anfang an auf dem Platz stehen. Aber die Enttäuschten dürfen sich jetzt nicht hängen lassen, miese Stimmung verbreiten und gemütlich die Zeit absitzen." Der FC Bayern, so Matthäus, dürfe "nicht die Wohlfühloase für Spieler sein, die keine Leistung bringen. Es sollen sich im Erfolgsfall alle wohlfühlen, aber wenn es nicht läuft, müssen alle dafür sorgen, dass sich das ändert. Sonst ist man kein Team."

Florian Bajus  
19.09.2022