Belgier ist kein Lautsprecher

Nationaltrainer Martinez: Hertha-Kapitän Boyata "hat eine natürliche Autorität"

Boyata gibt mit leisen Tönen die Richtung vor. Foto: Imago
Boyata gibt mit leisen Tönen die Richtung vor. Foto: Imago

Hertha BSC gehört zur Minderheit der Bundesliga-Klubs, bei denen die Spieler selbst über ihren Kapitän entscheiden dürfen. Aus der Wahl ging, für manche Beobachter überraschend, Dedryck Boyata als Sieger hervor. Dessen Nationaltrainer ist aber keineswegs verwundert.

"Es überrascht mich überhaupt nicht, dass Dedryck bei Hertha zum Kapitän gewählt worden ist", sagt Roberto Martinez gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Zwar sei der 17-fache Nationalspieler Belgiens kein Lautsprecher, "kein Anführer, den man vernimmt". Dafür aber ein sehr intelligenter Spieler, der sich ohne große Gesten Gehör zu verschaffen wisse. "Wenn er etwas zu sagen hat, dann hören die Leute in einer Kabine hin. Denn er hat eine natürliche Autorität", so Martinez.

"Bei hohen Bällen sehr mächtig"

Die greift auch bei Hertha um sich, sodass Boyata bereits in seiner zweiten Saison in der Bundeshauptstadt an die Spitze der Führungsriege innerhalb des Teams aufgestiegen ist. Sportlich ist der 29-Jährige ohnehin über jeden Zweifel erhaben. "Er antizipiert gut, ist bei hohen Bällen sehr mächtig, hat eine gute Zweikampfpräsenz und bei der Spielauslösung viel dazugewonnen", sagt Martinez. Der Spanier, seit 2016 in Belgien amtierend, lobt außerdem explizit das Zusammenspiel von Boyata mit Jordan Torunarigha. "Der eine schützt den anderen", hat Martinez beobachtet. Hertha-Coach Bruno Labbadia setzt seit seinem Debüt im Mai nach Möglichkeit auf das Innenverteidiger-Gespann.

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Lars Pollmann  
02.10.2020