Stress wegen Wappen

Marketingchef Cramer verteidigt umstrittenes BVB-Trikot

Um das Wappen zu erkennen, braucht es einen genauen Blick. Foto: Imago
Um das Wappen zu erkennen, braucht es einen genauen Blick. Foto: Imago

Borussia Dortmund ist am Mittwochabend mit einem 2:1-Sieg bei Besiktas in die neue Champions-League-Saison gestartet. Bei vielen Fans schien das Sportliche aber in den Hintergrund zu rücken. Stattdessen gab es großen Ärger über das Trikot, das die Mannschaft in Istanbul erstmals öffentlich trug.

Das auffällige Design in grellem Neon-Gelb mag nicht den Geschmack aller Anhänger treffen, der Stein des Anstoßes war jedoch das scheinbar fehlende BVB-Wappen auf der linken Brust. Ausrüster PUMA hat sich für diese Saison eine Designsprache überlegt, die ohne das Emblem der Vereine auskommt, stattdessen prangt ihr Name auf der Vorderseite oberhalb des Hauptsponsors. Für viele Fans ist ein absolutes No-Go, dass das Logo ihres Klubs nicht zu sehen ist.

Anderer Schriftzug, Wappen Ton in Ton

Als die ersten Bilder des neuen BVB-Jerseys durchs Netzt gingen, war die Entrüstung entsprechend groß. Dortmund reagierte Anfang Mai und versprach Veränderung im Design. Tatsächlich hat sich einiges getan. Als Schriftzug steht nicht mehr "Dortmund" sondern "BVB 09" auf der Brust. Und gibt es nun doch ein Wappen zu sehen. Dies aber nur bei näherem Hinsehen und guter Beleuchtung, weil es Gelb auf Gelb gehalten ist. Zudem ist das Klub-Logo in weiteren kleinen Applikationen auf dem Leibchen enthalten.

"Kritik der Fans haben wir ernstgenommen"

"Ein Trikot kann immer polarisieren. Die anfängliche Kritik der Fans haben wir dennoch ernstgenommen", beansprucht Carsten Cramer gegenüber Sport1 für die Verantwortlichen des BVB. Gegen den Marketingchef richtet sich der größte Ärger unter den Anhängern, die sich mit den kosmetischen Veränderungen nicht einverstanden zeigen. "Denkt man in der Dortmunder Geschäftsstelle wirklich, man hätte damit die Kuh vom Eis geholt? Wie weit entfernt kann man von den Fans noch sein?", fragt etwa das einflussreiche Fan-Magazin Schwatzgelb.

Grünes Licht erst Stunden vor Anpfiff

Der Klub schweigt zu dem Thema abseits der Aussagen von Cramer bis Donnerstagmittag weitgehend. Tatsächlich war bis kurz vor dem Spieltermin in Istanbul laut des Berichts des TV-Senders nicht einmal klar, ob der BVB wenigstens in den leicht veränderten Trikots würde auflaufen dürfen. Erst ein Organisationsmeeting der UEFA am Mittwochvormittag habe grünes Licht gegeben. An der Größe des 'Shitstorms' in den sozialen Medien hätte es wohl kaum etwas geändert, wäre der BVB gänzlich ohne Emblem auf dem Feld gewesen. Dass das abgewandelte Jersey ein transparentes Wappen beinhaltet, bekamen die meisten TV-Zuschauer zunächst gar nicht mit.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
16.09.2021