DFB-Direktor widerspricht Bayern-Boss

Marketing-Maschine DFB-Team? Bierhoff kontert Rummenigge

Bierhoff widerspricht der Kritik von Rummenigge. Foto: Alex Grimm/Getty Images for DFB
Bierhoff widerspricht der Kritik von Rummenigge. Foto: Alex Grimm/Getty Images for DFB

Die deutsche Nationalmannschaft hat am Dienstagabend mit einem 3:3 gegen die Schweiz einmal mehr viel zu wünschen übrig gelassen. Abseits der sportlichen Probleme des DFB-Teams liefern Nebenkriegsschauplätze Gesprächsstoff. Oliver Bierhoff kontert nun Vorwürfe von Karl-Heinz Rummenigge.

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern beklagte zuletzt gegenüber Bild am Sonntag einen "gewissen Wertewandel" seit dem WM-Triumph von Deutschland im Jahr 2014: "Es wurde versucht, diesen großen Erfolg finanziell auszunutzen", so der frühere Kapitän der Nationalmannschaft. Sein Vorwurf lautet im Kern, Bierhoff betreibe eine großangelegte Marketing-Maschine, die zulasten der sportlichen Qualität unter Bundestrainer Joachim Löw, nicht zuletzt aber auch der Vereinsmannschaften der Nationalspieler gehe.

"Wenn man falsche Dinge dauernd wiederholt ..."

"Solche Aussagen werden immer mal wieder in den Raum gestellt, entsprechen aber nicht den Fakten", sagt DFB-Direktor Bierhoff nun gegenüber Sport Bild. "Wenn man falsche Dinge dauernd wiederholt, werden sie dadurch nicht richtig", giftet er in Richtung Rummenigge. Tatsächlich habe das DFB-Team im Vergleich zu 2014 weder mehr Werbepartner, noch verbrächten die Spieler mehr Zeit mit entsprechenden Aktivitäten und Auftritten. Vielmehr sei gerade nach der blamablen WM 2018 das Pensum heruntergefahren worden.

Soziales Engagement gewachsen

"Größer geworden ist hingegen das Engagement der Spieler im sozial-gesellschaftlichen Bereich, zum Beispiel durch Schulbesuche oder in karitativen Einrichtungen", so Bierhoff weiter. Gerade der FC Bayern müsse eigentlich wissen, dass Marketing nicht im Vordergrund der Bemühungen des Verbandes stehe. "Wenn wir alleine an die Vermarktung denken würden, hätten wir im September oder gegen die Türkei nicht auf die Bayern-Spieler verzichten dürfen", schickt Bierhoff einen Gruß nach München. Die stark belasteten Profis des Quintuple-Siegers durften hingegen ausspannen, während Löw für Auftritte mit heftig durcheinandergewürfelten Teams kritisiert wurde.

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Lars Pollmann  
14.10.2020