Österreicher

Mainz-Verteidiger Nemeth: Der logische Niakhate-Nachfolger?

Der Mainzer David Nemeth (r.) im Laufduell mit Stuttgarts Omar Marmoush. Foto: Getty Images

Kann Innenverteidiger David Nemeth in der Rückrunde beim FSV Mainz 05 durchstarten? Nachdem der 20-jährige Österreicher in der Hinserie noch auf Schnupperkurs mit der Bundesliga war, könnte er zum Start in 2022 gleich gefordert sein. Und perspektivisch ein großes Erbe bei den Rheinhessen antreten. 

Vier Bundesligaspiele mit 239 Einsatzminuten und ein Pokalspiel mit Verlängerung: So lautet die Bilanz von David Nemeth in der Hinserie beim FSV Mainz 05. Der österreichische U21-Nationalspieler war im vergangenen Sommer von seiner einjährigen Leihe bei Sturm Graz zurückgekehrt - mit ordentlich Selbstbewusstsein. In 32 Pflichtspielen (zwei Tore, eine Vorlage) für die Grazer reifte er zu einem der besten Innenverteidiger der Liga. Und auch nach der Hinrunde bei Mainz erklärte Coach Bo Svensson auf Nachfrage von fussball.news: "Der Plan mit ihm ist aufgegangen. Uns muss allen aber bewusst sein, dass die österreichische Liga eine andere ist als die Bundesliga." Nemeth sei dabei, einen großen Sprung zu bewältigen, aber: "Er ist voll in der Entwicklung." 

Mainzer Überzeugung bei Nemeth

Die Mainzer verpflichteten den Defensivspieler bereits im Sommer 2020 ablösefrei vom SV Mattersburg. Nach der Vorbereitung ging es dann erst einmal wieder per Leihe in die Heimat zurück. Nach der erneuten Rückkehr nach Mainz musste Nemeth viel dazu lernen, erkannte nach Aussagen von Svensson selbst, dass das Niveau in der Bundesliga selbst im Training ein anderes ist: "Er ist immer noch in einem Lernprozess, wo er sich anpassen muss. Körperlich und mental, beim Tempo und der Handlungsschnelligkeit. Er geht, wie ich finde, sehr gut damit um. Wir sprechen viel mit ihm und haben immer noch die Überzeugung, dass er ein fester Bundesligaspieler bei uns wird." Dabei muss der Spieler mit dem Manko leben, dass in der Defensive auf so einem Niveau vor allem auch Erfahrung gefragt ist: "Uns muss bewusst sein, dass David auf einer Position spielt, wo du eher erfahrene Spieler spielst. In der Innenverteidigung sieht man nicht viele 20-Jährige rumlaufen. Das ist eine große Herausforderung." 

Position als Herausforderung - Bell als Beispiel

In der Offensive sei das deutlich einfacher, "weil du dort nur einmal glänzen musst. Dann bist du schon in den Überschriften, obwohl du 89 Minuten Schrott gespielt hast. Wenn du ein Tor gemacht hast oder eine entscheidende Aktion hattest, dann bist du der neue Hoffnungstärger. Hinten ist es genau umgekehrt. Das musst du 90 Minuten deinen Job machen und wenn du einen Fehler machst, bist du der Depp, wenn du dadurch das Spiel verlierst. Da musst du extrem konstant spielen." Das weiß Svensson ganz genau, schließlich war er als Profi selbst Innenverteidiger, auch in Mainz. Schritt für Schritt soll Nemeth eine wichtige Rolle bei den Rheinhessen einnehmen. Vorstand Christian Heidel verwies ebenfalls auf Nachfrage von fussball.news auf das Beispiel Stefan Bell, der zwei, drei Jahre um einen Stammplatz in der Mainzer Innenverteidigung kämpfen musste, währenddessen zweimal verliehen wurde, ehe er den Durchbruch packte. Seitdem hat er 230 Profispiele für die 05er absolviert. "Stefan hat sich weiterentwickelt, Erfahrung geammelt und irgendwann war er Stammspieler. Ich bin überzeugt, dass David genau den gleichen Weg gehen kann, wenn er bei der Stange bleibt und die Geduld nicht verliert. Für Ungeduld gibt es überhaupt keinen Grund", so Heidel.

Der Niakhate-Nachfolger steht schon bereit

Durch den Ausfall von Kapitän Moussa Niakhate (Corona) beim Rückrundenauftakt bei RB Leipzig am Samstag (15:30 Uhr) könnte Nemeth in der Startelf gefragt sein. Auf Dauer könnte er sogar dessen Nachfolger werden. Dass der Franzose über den Sommer hinaus in Mainz bleibt, ist fraglich. Zu sehr hat sich der 25-Jährige in den Vordergrund gespielt. Klubs wie Borussia Dortmund oder französische und englische Topklubs sind längst auf ihn aufmerksam geworden. Da Niakhates Vertrag 2023 ausläuft, heißt es für Heidel nach der Saison: Verlängern oder verkaufen. Bei einem Verkauf wäre 1,91-Meter-Hüne Nemeth der logische Nachrücker aus dem internen Kreis. Sein großes Plus: Er ist beidfüßig, kann also auch den linken Part Niakathes in der Mainzer Innenverteidigung übernehmen. Startet er nach dem Schnupperkurs Bundesliga in der Rückrunde durch, wird das wohl so oder so nur eine Frage der Zeit sein.  

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Benjamin Heinrich  
08.01.2022