Hertha BSC

Magath erklärt: Deshalb vertraute er so sehr auf Boateng

Boateng war für Magath mehr als ein Spieler. Foto: Getty Images
Boateng war für Magath mehr als ein Spieler. Foto: Getty Images

Felix Magath hat sich bei Hertha BSC unmittelbar nach Gelingen der Rettungsmission in den Relegationsspielen gegen den Hamburger SV verabschiedet. Die neun Spiele des 'Feuerwehrmanns' in Berlin liefern den Stoff für manche Legenden. In Erinnerung wird sicher bleiben, dass die Aufstellung im entscheidenden Spiel von Kevin-Prince Boateng kam.

Nach eigener Aussage übernahm der Routinier darüber hinaus auch die Ansprache an die Mannschaft vor dem Rückspiel in der Relegation in Hamburg. Magath erklärt nun, warum er sich so stark auf den Mittelfeldspieler verlassen hat. "Anders als andere Trainer-Kollegen habe ich zu den Spielern emotional immer etwas Abstand gehalten. Weil ich sagte: Ich will möglichst objektiv entscheiden können", so Magath gegenüber der Schweizer Boulevardzeitung Blick. Den Co-Trainern sei so eine größere Bedeutung im Umgang mit der Mannschaft zugekommen, zudem hat Magath aber immer vor allem den Kontakt mit den arrivierten Spielern gesucht.

"Einfach die größte Persönlichkeit mit der meisten Erfahrung"

"Ich käme nicht auf die Idee, einen Spieler zu fragen, der gerade Profi geworden ist, wie er die Mannschaft beurteilt. Aber mit den Erfahrenen tausche ich mich natürlich aus", so der Ex-Profi. Damit habe er schon viele gute Erfahrungen gemacht. Als Beispiel erwähnt Magath seine Zeit beim VfB Stuttgart, als ihm Krassimir Balakov und Zvonimir Soldo empfahlen, dem Top-Talent Aleksandr Hleb eine Chance zu geben. "Ich brachte ihn auch auf ihren Rat hin, er startete durch und schaffte es bis zum Star bei Arsenal. Und deswegen war für mich auch Boateng ein so wichtiger Ansprechpartner, weil er einfach die größte Persönlichkeit mit der meisten Erfahrung war", so Magath. Es bleiben eher ungewöhnliche Methoden, die der 68-Jährige in Berlin angewendet hat. Und doch waren sie erfolgreich, denn Hertha BSC startet unter Sandro Schwarz als Erstligist in die neue Saison. 

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Lars Pollmann  
04.06.2022