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"Er hatte Mentalität"

Löw lobt "sehr reflektierte Persönlichkeit" Höwedes

Höwedes absolvierte zwischen 2011 und '17 44 Länderspiele unter Löw. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Höwedes absolvierte zwischen 2011 und '17 44 Länderspiele unter Löw. Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Benedikt Höwedes hat am Freitag den Rücktritt von der aktiven Karriere erklärt. Der eindeutige Höhepunkt seiner Laufbahn war der Gewinn der Weltmeisterschaft 2014. Joachim Löw setzte seinerzeit in allen Turnierspielen auf den damaligen Kapitän des FC Schalke 04, weil er wusste, dass er sich auf den Verteidiger verlassen konnte.

Dabei vergisst man im Rückblick schnell, dass Höwedes eine schwierige Saison auf Schalke hinter sich hatte. In der Rückrunde stand er nur fünfmal in der Bundesliga auf dem Platz, fehlte wiederholt verletzt. Dennoch erhielt er das Vertrauen von Löw, obwohl in der Öffentlichkeit offensivere Lösungen auf der linken Abwehrseite, etwa der BVB-Stammspieler Erik Durm, mehr Fürsprecher hatten. "Höwedes ist einer der Spieler aus der U21-Europameister-Generation, die 2009 den Titel gewann. Schon damals konnte man sehen, dass er einer ist, der alles gibt, der einen unbedingten Siegeswillen hat", zitiert die WAZ Löw heute. "Er hatte Mentalität."

"Auf ihn war Verlass"

Beim DFB-Team reden sie gerne vom Kern der Weltmeistermannschaft, der fünf Jahre zuvor gemeinsam U21-Europameister geworden war. Die gewachsene Team-Struktur gilt als ein Schlüssel des Erfolgs in Brasilien. Höwedes gehörte dabei nicht zu den großen Häuptlingen, wohl aber zu den wichtigen Puzzlesteinen eines funktionierenden Gebildes. "Auf ihn war Verlass. Er ist eine sehr reflektierte Persönlichkeit und auch unglaublich interessiert an Themen, die über den grünen Rasen hinausreichen", so Löw anerkennend.

Bierhoff: Türen stehen offen

Auch Oliver Bierhoff würdigt zum Abschied aus dem aktiven Fußballerleben die "positive und loyale Art" von Höwedes. "Nationalspieler ist man immer – das lebt Benedikt. Genau wie für Andre Schürrle werden auch für Benni bei seinem weiteren Lebensweg unsere Türen immer offen sein", so der DFB-Direktor. Mitunter muss sich der Verband aber mit dem FC Schalke 04 streiten, wenn es um die weitere Laufbahn von Höwedes geht. Zumindest, wenn es nach vielen Fans der Königsblauen geht. Sie wünschen sich die Heimkehr des 2017 verlorenen Sohnes in neuer Funktion.

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Lars Pollmann  
01.08.2020