Remis gegen die Schweiz

Löw: "Die Mannschaft hat echt Potenzial"

Löw muss nach dem 3:3 gegen die Schweiz weiterhin mit Kritik klarkommen.
Löw muss nach dem 3:3 gegen die Schweiz weiterhin mit Kritik klarkommen. Foto: Getty

Deutschland kommt in der Nations League gegen die Schweiz nicht über ein 3:3 hinaus. Bundestrainer Joachim Löw ist nach dem erneuten Remis abermals in Erklärungsnot.

Wieder einmal präsentiert sich Deutschland anfällig im Defensivbereich. Bereits vor der Partie gegen die Ukraine (2:1) kassierte die DFB-Elf drei Gegentreffer gegen die Türkei. Gegen die Schweiz klingelte es erneut dreimal im eigenen Kasten. Die Probleme der deutschen Nationalmannschaft reißen nicht ab. Bundestrainer Joachim Löw sah alles in allem eine Partie, die "wahnsinnig intensiv war".

"Hinten haben wir natürlich den ein oder anderen Fehler gemacht"

Seine Mannschaft sei mit den zwei Gegentreffern zu Beginn (5. und 26. Minute) "schlecht ins Spiel gekommen". Aus dem verbleibenden Spielverlauf zog der Bundestrainer aber positive Schlüsse. "Wir haben dann immer wieder die Rückstände egalisiert. Nach vorne hin waren ein paar gute Aktionen, hinten haben wir aber natürlich den ein oder anderen Fehler gemacht", erklärte Löw am ARD-Mikrofon.

Drei Gegentore? "Wir haben viel riskiert"

Nach dem 3:3 wird die Kritik an seiner Taktik nicht abreißen. Der 60-Jährige stellte aber im Anschluss an das Spiel gegen die Schweiz klar: "Wir haben viel riskiert, wodurch man auch eine gewisse Kraft nach vorne hat, doch die Fehler nach hinten müssen wir auch sehen und müssen diese auch beheben. Von daher denke ich, gut, dass wir zurückgekommen sind und das zeigt, dass die Mannschaft auch unbedingt will."

"Wir müssen auch variieren können"

Aus solchen "Rückschlägen kann man auch stark hervorgehen", so Löw, der in Bezug auf die Defensivprobleme sagte: "Die Probleme müssen wir insgesamt verbessern, das ist klar. Wir müssen in der Kommunikation und in der Anweisung besser werden." Der Bundestrainer möchte nichtsdestotrotz weiterhin zwischen Dreier- und Viererkette wechseln: "Es ist gut, wenn wir beides lernen. Es hängt von der Situation ab, aber man kann heutzutage nicht nur ein System spielen. Wir müssen auch variieren können."

"Halbfinale ist so ein Minimum-Ziel"

DFB-Präsident Fritz Keller sprach zuletzt das Ziel: Halbfinale in der Europameisterschaft aus. Löw geht mit seinem Vorgesetzten mit und befand: "Natürlich, wenn wir zu einem Turnier fahren, ist es immer das Ziel, so weit wie möglich zu kommen, da gebe ich ihm (Keller; d. Red.) auch recht. Halbfinale ist so ein Minimum-Ziel. Die Mannschaft hat echt Potenzial, wenn wir da noch ein paar Dinge korrigieren, dann können wir uns schon auch darauf freuen."

2020 nur ein Sieg aus fünf Länderspielen

Im Kalenderjahr 2020 konnte die DFB-Elf bislang mit dem 2:1-Sieg gegen die Ukraine nur eins von fünf Länderspiele gewinnen. Gegen die Schweiz gab es zweimal ein Remis (3:3 und 1:1), gegen die Türkei (3:3) und Spanien (1:1) ließ der Weltmeister von 2014 ebenso Punkte liegen. Zum nächsten Länderspiel geht es für Deutschland am 11. November in Leipzig gegen Tschechien.

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Adrian Kuehnel  
13.10.2020