Eintrachts Defensivspieler

Toure nach Glasner-Kritik: "Innenverteidiger für mich natürlicher"

Almamy Toure im Eintracht-Dress. Foto: Imago

Das Comeback von Almamy Toure ist bei Eintracht Frankfurt geglückt. Nach monatelanger Verletzungspause stand der Franzose zuletzt zweimal in der Startelf und prompt feierten die Hessen ihre ersten beide Saisonsiege. Mit dem 25-Jährigen jeweils auf unterschiedlicher Position. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Die Startelfnominierung beim Europa League-Auswärtsspiel bei Royal Antwerpen (1:0) vergangene Woche kam für Almamy Toure durchaus überraschend. Trainer Oliver Glasner bot den Defensivspieler zudem als rechten Innenverteidiger in einer Dreierkette auf - auch das kam überraschend. Doch der Langzeitverletzte wusste dort durchaus zu überzeugen. Drei Tage später dann stand er erneut in der Startelf - in der Bundesliga beim spektakulären 2:1-Auswärtssieg beim FC Bayern München. Dort allerdings auf der rechten Seite in einer Fünferkette.

Rechtsverteidiger? "Muss ich erlernen"

Doch auf welcher Position sieht sich der Rechtsfuß selbst am liebsten? "Als Innenverteidiger ist es für mich etwas natürlicher, weil ich dort ausgebildet wurde", sagte er nun auf Nachfrage von fussball.news. Schon bei der AS Monaco hatte Toure auch als Rechtsverteidiger agiert, sagt deshalb: "Ich kann beides. Die Zentrale ist für mich aber das Natürlichere. Das andere muss ich erlernen, aber das ist machbar." Eine spannende Aussage, hat der ehemalige U21-Nationalspieler Frankreichs fast drei Viertel aller Profispiele in seiner Karriere als rechter Verteidiger absolviert, in Monaco gar nur vier Pflichtspiele als Innenverteidiger. Bei der Eintracht kam Toure, der bis zu seinem 14. Lebensjahr noch im Mittelfeld gespielt hat und anschließend zum Verteidiger ausgebildet wurde, bislang in 21 Spielen als Innenverteidiger, in 14 Spielen als rechter Verteidiger und in 21 Spielen als rechter Flügelspieler vor einer defensiven Dreierkette zum Einsatz.

Harte Konkurrenz

Die Konkurrenz ist bei Eintracht Frankfurt auf allen Positionen gegeben. In der Innenverteidigung streitet sich Toure mit Stefan Ilsanker, Martin Hinteregger, Evan N'Dicka, Tuta und Makoto Hasebe um zwei, beziehungsweise drei Plätze. Auf der rechten Seite konkurriert er mit Danny da Costa, Erik Durm und Timothy Chandler. Gefragt wurde er dennoch, ob er auf der Außenbahn nicht die große Chance sieht, sich als Stammspieler durchzusetzen, weil die Konkurrenzsituation dort doch am ehesten für ihn sprechen würde. Dazu sagte Toure nur trocken: "Ich versuche jedes Spiel, jede Gelegenheit zu nutzten. Wenn es auf der rechten Seite sein soll, dann ist das so. Jeder ist wichtig, jeder zählt im Kader. Wir müssen weiter alle an einem Strang ziehen. Wir müssen uns unseren Platz erarbeiten."

Kritik von Glasner

Dass sich Toure mit der Position auf der rechten Außenbahn durchaus auch schwer tut, zeigte das Spiel beim FC Bayern München. Dort kritisierte Trainer Oliver Glasner auch im Anschluss deutlich dessen Performance im ersten Durchgang: "Almamy stand viel zu hoch. In der Halbzeit haben wir ihm gesagt: 'Almamy, du bist kein Rechtsaußen, sondern Rechtsverteidiger'." Auch Mitspieler haben in der Pause mit dem Franzosen gesprochen. In der 61. Minute ging Toure dann verletzt raus, für ihn kam Danny da Costa in die Partie. Ein Konkurrent, der nach seiner Einwechslung sehr ordentlich performte und mit dem sich Toure in Zukunft - zumindest auf der rechten Seite - um einen Platz streiten wird. 

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Benjamin Heinrich  
06.10.2021