Sechs Klubs vertreten

Lewandowski plus zehn: Die Bundesliga-Top-Elf des Jahres 2021

Lewandowski darf in keiner Top-Elf fehlen. Foto: Getty Images
Lewandowski darf in keiner Top-Elf fehlen. Foto: Getty Images

Das Jahr 2021 ist für die Bundesliga seit Sonntagabend Geschichte. In Erinnerung wird es unter anderem wegen der ungebrochenen Dominanz des FC Bayern, aber auch der Abstiege von Werder Bremen und des FC Schalke 04 bleiben.

Unter den Profis hat wohl niemand der Beletage des deutschen Fußballs so sehr seinen Stempel aufgedrückt wie Robert Lewandowski. Er hat damit einen Platz in der Top-Elf des Jahres 2021 sicher, die fussball.news-Redakteur Lars Pollmann zusammengestellt hat.

Torhüter: Stefan Ortega, Arminia Bielefeld

Ginge es nur um die Hinrunde der laufenden Bundesliga-Saison, wären Mark Flekken vom SC Freiburg und Manuel Riemann vom VfL Bochum wohl die ersten Anwärter auf den Platz zwischen den Pfosten. Allerdings war der Niederländer im ersten Halbjahr verletzungsbedingt nur dreimal im Einsatz und spielte Riemann da noch im Unterhaus. So fällt die Wahl auf Stefan Ortega, der als einer der Hauptgründe dafür steht, dass Arminia Bielefeld das Jahr als Erstligist abgeschlossen hat. Selbst Karl-Heinz Rummenigge lobte den Schlussmann, der bei der EURO sogar auf Abruf des DFB-Teams stand, zuletzt bei Bild TV über alle Maßen: "Er hat eine tolle Saison gespielt, er spielt auch in diesem Jahr eine tolle Saison, er hat ein unglaublich gutes Stellungsspiel, er hat gute Reflexe." Zudem besticht Ortega mit dem Fuß am Ball wie sonst unter den Bundesliga-Torhütern vielleicht nur Manuel Neuer, der im Kasten des FC Bayern aber zu oft recht wenig zu tun bekommt.

Rechter Verteidiger: Benjamin Pavard, FC Bayern

Die Nominierung von Benjamin Pavard zeigt, dass die Position des Rechtsverteidigers in der Bundesliga nicht herausragend besetzt ist. Zwar zeigt der Franzose beim FC Bayern gute Leistungen, er ist aber erklärtermaßen nur Aushilfe und würde viel lieber innen verteidigen. Weil es aber an herausragenden Alternativen mangelt, fällt die Wahl auf die Beständigkeit von Pavard, der beim Rekordmeister durchaus eine Lücke hinterlässt, wenn er nicht zur Verfügung steht.

Innenverteidiger: Evan N'Dicka, Eintracht Frankfurt und Nico Schlotterbeck, SC Freiburg

Eintracht Frankfurt hat im Kalenderjahr 2021 nach dem FC Bayern und Borussia Dortmund die drittmeisten Punkte aller Bundesligisten geholt. Dafür macht die Öffentlichkeit in erster Linie die Offensivabteilung der Hessen verantwortlich, viel Lob gebührt aber auch Evan Ndicka. Der Franzose ist äußerst zweikampfstark und passsicher, schwebt dabei aber durch seine grazile Art fast über den Platz. Zudem hat er seine Torgefährlichkeit entdeckt (fünf Tore, zwei Vorlagen) und stellt so selbst Publikumsliebling Martin Hinteregger in den Schatten. In den europäischen Top-Ligen haben nur David Alaba und der Brasilianer Bremer unter Innenverteidigern mehr Scorerpunkte im Jahr 2021 gesammelt.

In der Top-Elf verteidigt neben dem 22-jährigen N'Dicka der gleichaltrige Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Stern des U21-Europameisters so sehr aufgegangen, dass er zwischenzeitlich bei allen Top-Klubs auf der Liste steht. In der Spieleröffnung ist Schlotterbeck ebenso überragend wie in Zweikämpfen. Der erste Länderspieleinsatz ist eine Frage der Zeit.

Linker Verteidiger: Borna Sosa, VfB Stuttgart

Während es der Bundesliga an Rechtsverteidigern von höchstem Format mangelt, sieht es links deutlich besser aus. Mit Alphonso Davies, Raphael Guerreiro oder auch Christian Günter gibt es würdige Anwärter, die nur knapp hinter Borna Sosa vom VfB Stuttgart zurückstecken. Für den Kroaten sprechen dessen herausragende Flanken, die ihm zwölf Torvorlagen verholfen haben. Umso bemerkenswerter ist dies, weil der kongeniale Partner im Zentrum, Stürmer Sasa Kalajdzic, seit Monaten verletzt fehlt. Die Werte von Sosa wären wohl noch beeindruckender, stünde der Zwei-Meter-Mann mit ihm auf dem Platz. Selbst ohne Kalajdzic hat der Nationalspieler unter allen Linksverteidigern Europas die meisten Assists geliefert.

Zentrale Mittelfeldspieler: Joshua Kimmich, FC Bayern und Jude Bellingham, Borussia Dortmund

Joshua Kimmich sorgte mit seinem Bekenntnis, bisher nicht geimpft zu sein, im Herbst für heftige Diskussionen, die bis in höchste politische Kreise zogen. Sportlich gibt es wohl kaum einen Zweifel daran, dass der Sechser des FC Bayern der beste Mittelfeldspieler der Bundesliga ist. Dies unterstrich er im Jahr 2021 auch mit 15 Scorerpunkten in 31 Spielen. Die nächstbesten Sechser der Bundesliga landen bei acht Toren und Vorlagen (Ellyes Skhiri und Wataru Endo).

Das aggressive Zweier-Mittelfeld bildet Kimmich in dieser Top-Elf gemeinsam mit Jude Bellingham. Der 18-Jährige hat bei Borussia Dortmund in Windeseile eine erstaunliche Entwicklung vom Top-Talent zum absoluten Leistungsträger vollzogen. Gerade in der abgelaufenen Hinrunde der Bundesliga ging beim BVB wenig, wenn Bellingham nicht aus dem Zentrum heraus das Spiel ankurbelte. Bemerkenswert ist insbesondere, welchen Siegeswillen der Teenager bereits ausstrahlt, auch wenn das manchmal noch ein bisschen über die Stränge schlägt.

Offensive Mittelfeldspieler: Filip Kostic, Eintracht Frankfurt und Thomas Müller, FC Bayern

Im offensiven Mittelfeld spielen in der Top-Elf von fussball.news zwei Kicker, die ihren Platz schon länger behaupten können und die seit Jahren als die Vorlagenkönige der Bundesliga firmieren. Filip Kostic wollte dabei Eintracht Frankfurt im Sommer verlassen, doch er blieb und versöhnte sich durch Leistung mit den Fans, steuerte drei Tore und neun Vorlagen zum Erfolg der Frankfurter bei. 22 Vorlagen in der Liga im Kalenderjahr 2021 werden in den Top 5-Ligen Europas nur von einem Spieler übertrumpft. 

Dabei handelt es sich um Thomas Müller: Ein Glück, dass das Urgestein vom FC Bayern in der Top-Elf auf der anderen Seite einen Platz findet. Sich in diesem Mannschaftsteil auf zwei Spieler beschränken zu müssen, tut derweil besonders weh. Zumindest eine Erwähnung wert waren schließlich auch die Leistungen unter anderem von Kingsley Coman und Serge Gnabry (FC Bayern), Vincenzo Grifo (Freiburg), Christopher Nkunku (RB Leipzig), Marco Reus (BVB), Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) oder Leroy Sane (Bayern).

Stürmer: Erling Haaland, Borussia Dortmund und Robert Lewandowski, FC Bayern

Wählte man jedoch einen offensiven Mittelfeldmann mehr, müsste ein Stürmer dafür weichen. Und wer will Erling Haaland oder Robert Lewandowski allen Ernstes aus einer Top-Elf für das Kalenderjahr 2021 heraushalten? Der Norweger stellte für Borussia Dortmund mit 30 Toren einen Vereinsrekord auf, Lewandowski brach mit 43 sogar einen Bundesliga-Rekord. Gehen auch noch Torvorlagen in die Rechnung ein, sind Lewandowski und Haaland die beiden Spieler, die in den europäischen Elite-Ligen die meisten Scorerpunkte gesammelt haben. Im echten Leben werden die beiden wohl nie für das selbe Team auflaufen, in der fiktiven Traum-Elf für das Jahr 2021 stürmen sie Seite an Seite.

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Lars Pollmann  
21.12.2021