HSV-Profi nach Skandal

Leistner erklärt seinen Fan-Angriff: "Mir sind die Sicherungen durchgebrannt"

Mit hängendem Kopf verließ Toni Leistner den Platz. Er wusste, dass seine Fan-Attacke falsch war.
Mit hängendem Kopf verließ Toni Leistner den Platz. Er wusste, dass seine Fan-Attacke falsch war. (Foto: imago)

Als Toni Leistner vom Hamburger SV nach der 1:4-Pleite bei Dynamo Dresden am Sky-Mikrofon Rede und Antwort stehen wollte, stieg er plötzlich auf die Tribüne und attackierte einen Dresdner Fan. In seiner Instagram-Story hat der Verteidiger sich für sein Verhalten nun entschuldigt und die Situation erklärt.

Im Interview-Bereich am Seitenrand des Rudolf-Harbig-Stadions unterbrach Leistner vor laufender Kamera das Gespräch und sprang auf die mit Dynamo-Fans besetzten Ränge. "Ich bin nach dem Spiel von der Tribüne meiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden", erklärte der gebürtige Dresdner im Nachhinein den Beweggrund, warum er sich auf den Weg machte, den pöbelnden Zuschauer zu attackieren. "Damit kann ich normalerweise umgehen. Doch dann ging es extrem und massiv unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt, zumal dies ohnehin ein extrem emotionales Spiel für mich war."

"Ich bin Familienvater, der als Vorbild dienen möchte"

Leistner nahm sich die Person zur Brust, packte und drückte den Zuschauer in die Sitzschale. Was wohl gewesen wäre, wenn andere Fans und Ordner nicht eingegriffen hätten? "So etwas darf mir dennoch niemals passieren", äußerte sich der 30-Jährige in einer Stellungnahme in den sozialen Medien. "Ich bin Familienvater, der als Vorbild dienen möchte. Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird."

Bei Dynamo dennoch "jederzeit herzlich willkommen"

Der Verteidiger des Hamburger SV, der eineinhalb Jahre für Dynamo Dresden spielte, sorgte bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte somit für große Schlagzeilen. Hausverbot hängten die Schwarz-Gelben Leistner aber nicht an. "Weiter geht’s, Toni, du bist bei uns jederzeit herzlich willkommen!", hieß es auf der Instagram-Seite der SGD. Zudem wurde geschrieben: "Gerade in der Stunde des Erfolgs, sollte man Demut, Dankbarkeit und Größe zeigen. Wir alle lieben den Fußball, weil er große Emotionen freisetzen kann. Und ja, Menschen machen Fehler. Toni Leistner ist ein Dresdner Junge, der sein Herz am rechten Fleck hat und nie vergessen hat, wo er herkommt." Emotionen hin oder her - das darf einem Profi niemals passieren!

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Tom Jacob  
14.09.2020