3 Optionen für die Zukunft

Lauert Zidane auf den Cheftrainerposten beim FC Bayern?

Zinedine Zidane holte mit Real drei Mal die Champions League als Chefcoach. Foto: Getty
Zinedine Zidane holte mit Real drei Mal die Champions League als Chefcoach. Foto: Getty

Zinedine Zidane zählt zu den besten Spielern und Trainern aller Zeiten. Der Weltmeister von 1998, der gerade keinen Trainerjob besitzt, feiert am Donnerstag seinen 50. Geburtstag. Ein enger Vertrauter verrät: Zidane kann sich künftig offenbar den Posten als Chefcoach des FC Bayern vorstellen!

Oliver Kahn amtiert seit einem Jahr als Vorstandschef des FC Bayern. Als er noch als TV-Experte für das ZDF gearbeitet hatte, gab er dem FC Bayern einen Rat, wer denn als perfekter Trainer für den FC Bayern infrage komme. Es war die Zeit, als die Münchner für 2018/19 einen neuen Coach gesucht hatten - und Kahn nannte seinen Favoriten: Zinedine Zidane.

Kahn über Zidane 2018: "Überlegung wert"

"Zinedine Zidane wäre sicherlich eine Überlegung wert", so Kahn, "diesen Trainer finde ich sensationell!" Zidane war damals erfolgreicher Coach von Real Madrid. "Der hat in Madrid alles erreicht, kann jetzt zum dritten mal die Champions League gewinnen. Was will er da noch machen? Vom Anforderungsprofil her würde er perfekt zum FC Bayern passen", erklärte deshalb Kahn und führte aus: "Er kann ein Starensemble moderieren. Er selbst war ein absoluter Weltstar. Vielen ehemaligen großen Spielern traut man gar nicht zu, später auch Trainer mit einer solchen Qualität sein zu können. Aber er kann es!" Und Kahn betonte: "Zidane versucht nicht, den Fußball bei Real Madrid neu zu erfinden. Er presst der Mannschaft keine Systeme auf, sondern justiert nur ganz fein. Die Spieler überzeugt er mit seiner Ansprache - die leisten seit Jahren Unglaubliches." Bekanntlich wurde damals Niko Kovac Trainer des FC Bayern - und bekanntlich sollte Kahn mit seiner Analyse recht behalten, welches Trainerprofil die Münchner generell benötigen. "Underdog"-Coach Kovac bekam in Saison eins gerade noch die Kurve, musste aber trotz Double-Gewinns dann schon nach drei Monaten (November 2019) in Saison Nummer zwei gehen.

Zinedine Zidane jedenfalls gewann mit Real von 2016 bis 2018 dreimal in Folge die Königsklasse. Nach einer Pause kam er nochmals zurück, um mit den Königlichen 2020 die Meisterschaft in LaLiga zu holen. Nun, 2022, galt Zidane als Favorit auf den Trainerposten bei Paris Saint-Germain. Den Zuschlag erhält aber ein Trainerkollege, der bereits in der Ligue 1 arbeitet (Bericht). Es heißt, Zidane spekuliere jetzt darauf, irgendwann seinen Freund Didier Deschamps als Trainer der französischen Nationalmannschaft abzulösen.

PSG, Juve - und Bayern als Optionen?

Gibt es noch andere Optionen für den ehemaligen Regisseur? Der deutsch-französische Journalist Alexis Menuge zitiert nun via Sport1 den Biografen von Zinedine Zidane, Frederic Hermel, mit einer überraschenden Einschätzung. So sagt Hermel, dass für Zidane zum Coachen nur drei Klubmannschaften generell infrage kommen. Zunächst sei dies eben Paris Saint-Germain, "weil er in seiner Heimat mit großen finanziellen Möglichkeiten die Qual der Wahl und viel Macht hätte, um die Mannschaft zu formen, genau wie er sie vorsieht." Hinzu komme Juventus Turin, "weil er dort nach wie vor sehr beliebt ist und er als Spieler wahnsinnig erfolgreich war." Und dann, so Hermel, passe auch der Topklub aus Deutschland in das Beuteschema von Zidane. Hermel betont: "Schließlich hat er auch den FC Bayern München als potenziellen künftigen Arbeitgeber im Blick. Dagegen käme die Premier League für ihn nicht infrage. Auf England hat er keine Lust."

Zwar führt Hermel nicht aus, was Zidane am FC Bayern reizen könnte, doch man kann sich dies ein wenig zusammenpuzzeln. Die langjährigen Bayern-Legenden und französischen Landsmänner Bixente Lizarazu und Willy Sagnol zählen zu den engsten Freunden von Zidane. Zidane ließ sich über die Jahre von den Champions-League-Siegern von 2001 berichten, wie toll der FC Bayern organisiert sei und wie sehr der erfolgreiche Klub sich für seine Spieler engagiere, besonders in Person von Uli Hoeneß. Dies dürfte Zidane sicherlich auch beeindruckt haben, schließlich fehlte ihm gelegentlich genau dieser persönliche Einsatz von Klubverantwortlichen in Madrid und Turin. Zudem verfolgte er auch den Karriereweg von Landsmann Franck Ribery, mit dem er noch bei der WM 2006 kongenial zusammegespielt hatte. Ribery stieg zwischen 2007 und 2019 zur Legende beim FC Bayern auf - und zuguterletzt dürfte Zidane aufgefallen sein, dass der FC Bayern seit Jahren zahlreiche französische Spieler verpflichtet, weshalb man die Münchner als sehr francophil bezeichnen darf.

Nagelsmann mit Vertrag bis 2025 in München

Im Sommer 2022 heißt der Trainer des FC Bayern Julian Nagelsmann, das ist klar. Der 34-Jährige, erstmals mit den Roten deutscher Meister geworden, besitzt einen Vertrag bis 2025 in München. Zidane wiederum erklärte zuletzt, er habe zeitnah wieder Lust auf den Trainerjob. Sofort wird es also kein "Match" zwischen Zidane und dem FC Bayern geben. Doch Bayern-Boss Oliver Kahn sollte an seine Worte aus dem Frühjahr 2018 denken und die Handy-Nummer von Zidane schon mal einspeichern. Denn seit den Coaches Pep Guardiola (2013 - 2016) und Carlo Ancelotti (2016 - 2017) hat der deutsche Rekordmeister nicht mehr auf das von Kahn eingangs erwähnte und als ideal erklärte Trainerprofil zurückgegriffen. Zidane könnte irgendwann zu einer Option für die Münchner werden...

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Daniel Michel  
23.06.2022