NRW-Ministerpräsident

Laschet contra DFL: "Natürlich ist das Wettbewerbsverzerrung"

RB Leipzig darf vor 8 500 Zuschauern spielen. Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images
RB Leipzig darf vor 8 500 Zuschauern spielen. Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Die uneinheitliche Handhabung bei der Rückkehr von Fans in die Stadien des Profifußballs hat ist wie erwartet zum Streitthema geworden. Während RB Leipzig und Hertha BSC wenigstens einige Tausend Zuschauer begrüßen dürfen, schauen Klubs etwa aus Nordrhein-Westfalen in die Röhre. Armin Laschet kritisiert das Vorgehen.

Der Ministerpräsident stellt sich dabei am Freitag in der Landespressekonferenz offen gegen Christian Seifert und die DFL. Der Chef des Ligaverbands hatte am Donnerstag seinerseits in einer Pressekonferenz gesagt, von Wettbewerbsverzerrung könne gar keine Rede sein, wenn manche Klubs vor Zuschauern spielen, andere jedoch nicht. Diesen Vorwurf habe auch keiner der 36 Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga gemacht, so Seifert weiter. Dafür kommt er aus der Politik. Nach Markus Söder, Landesvater in Bayern, echauffiert sich auch Laschet.

"Vergleichbare Regeln" gefordert

"Natürlich ist das Wettbewerbsverzerrung, wenn in einem Stadion 8 000 Zuschauer sind und es einen Heimvorteil gibt, und in einem anderen Stadion spielt man vor leeren Rängen", so der CDU-Politiker. Für ihn steht fest: "Es braucht vergleichbare Regeln." In der Pflicht sieht Laschet dabei vor allem die DFL. Alleine neun der 36 Mitglieder stammen aus NRW, sie alle können bis auf Weiteres aufgrund der geltenden Coronaschutzverordnung des Landes vor maximal 300 Zuschauern spielen.

Auch nach Oktober keine Spiele mit Zuschauern?

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Vereine und aus Behörden und Politik soll Konzepte erörtern, die die Rückkehr von Zuschauern ab November ermöglichen könnten. Bis dahin gilt die Maßgabe, dass Großveranstaltungen ohne Fans vonstatten gehen sollen. Dabei handelt es sich freilich um eine Empfehlung, nicht aber ein Gesetz. Laschet bremst derweil die Erwartungen an die Arbeitsgruppe. "Es kann auch das Ergebnis sein: Es gibt keine Spiele mit Zuschauern."

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Lars Pollmann  
04.09.2020