Stuttgart profitiert zu wenig von der Nachwuchsarbeit

Kuranyi kritisiert VfB: "Talente von außerhalb erhalten mehr Wertschätzung"

Kuranyi ist inzwischen als Spielerberater aktiv. Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images
Kuranyi ist inzwischen als Spielerberater aktiv. Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

In Sachen Nachwuchsarbeit gilt der VfB Stuttgart in Deutschland als vorbildlich. Neben dem FC Schalke 04 sind die Schwaben so etwas wie eine Nationalspieler-Fabrik. Wie auf Schalke aber profitieren sie auch beim Aufsteiger zu wenig von den tollen Talenten. Kevin Kuranyi kritisiert den Klub dafür.

"Ich habe den Eindruck, dass Talente von außerhalb mehr Wertschätzung erhalten als welche, die direkt aus Stuttgart kommen und von klein auf dabei sind", so der Ex-Profi gegenüber den Portalen Spox und Goal. Als eklatante Beispiele sieht der frühere Nationalspieler dabei etwa Serge Gnabry und Joshua Kimmich. "Sie hätte man nicht so früh ziehen lassen müssen", ist Kuranyi überzeugt. Gnabry zog es aus der U17 des VfB zum FC Arsenal, Kimmich aus der U19 zu RB Leipzig. Heute sind sie mit 25 Jahren absolute Leistungsträger beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft.

Werner brachte immerhin zweimal Geld

Die Liste ließe sich durchaus fortsetzen, eine ganze Reihe von teuren Spielern lernte einst im Nachwuchs des VfB. Kuranyi nimmt seinen früheren Verein immerhin aber bei Timo Werner in Schutz. "Er ist beim VfB immerhin noch zum Bundesliga-Spieler gereift und hat dann den nächsten Schritt gemacht. Er war einfach zu gut. Das muss man dann akzeptieren", so der 38-Jährige, der heuer unter die Spielerberater gegangen ist. Nationalstürmer Werner brachte dem VfB Stuttgart gerade erst mit seinem Transfer von Leipzig zum FC Chelsea eine Nachzahlung in Millionenhöhe ein.

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Lars Pollmann  
09.09.2020